Politik steckt voller Überraschungen. Besonders in Thüringen. Da war die CDU in den vergangenen Monaten nicht untätig, die Grünen im Bund als Verbotspartei hinzustellen. Habeck versuche mit seinem Heiz-Hammer den Menschen ihre Öl- und Gasheizungen zu verbieten, argumentierte die Union. Das sei Bevormundung der Bürger, beklagte sie auf allen Kanälen. Und nun das: Die CDU will selbst zur Verbotspartei werden. Sie will Gender-Sprache per Gesetz in Schulen und Verwaltungen verbieten lassen. Und es kommt noch besser: Die Oppositionspartei könnte sich bei diesem Unterfangen – schon wieder – der Unterstützung der AfD bedienen. Der Partei also, die alles, was irgendwie nach Verbot klingt, sonst in die linksgrün versiffte Ecke stellt. Ja, die Pedanterie, mit der die Gender-Sprache von manchen betrieben wird, nervt, doch sie zu verbieten, ist der falsche Weg. Vielen, vor allem jungen Menschen in städtischen Milieus fließt sie wie selbstverständlich über die Zunge. Doch genauso darf niemand verteufelt werden, der so sprechen möchte, wie er es seit Jahrzehnten tut. Das, was eigentlich nervt, ist die Tatsache, dass die Politik das Thema immer wieder größer macht als es eigentlich ist. Und sei es um den Preis, plötzlich als Verbotspartei zu gelten.
Kommentar Die neuen Verbotsparteien
Jolf Schneider 28.09.2023 - 21:04 Uhr