Kommentar Bund und Land haben die Verantwortung abgeschoben

Blick auf eine FFP2-Maske. Foto: Daniel Karmann/dpa/Illustration/dpa

Bund und Land verschärfen die Maskenpflicht. Das ist richtig. Dass die Menschen sich diese Masken aber selbst organisieren und dafür selbst zahlen müssen, ist ein Fehler, meint Danny Scheler-Stöhr.

Ilm-Kreis - Eine linke Landrätin, die auf den Kapitalismus schimpft. So weit, so gewöhnlich. Dass das Petra Enders im Fall der verschärften Maskenpflicht aber überhaupt tun muss, ist ein Armutszeugnis für die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene.

Dass wir in Kürze im ÖPNV oder beim Einkaufen die medizinischen oder FFP2-Masken tragen müssen, ist generell ein richtiger Schritt. Aber wenn die Politik eine Verpflichtung erlässt, muss sie eben auch dafür Sorge tragen, dass die Menschen dieser nachkommen können. Sprich: Wenn die Politiker die Bürger dazu zwingen, diese Masken zu benutzen, müssen sie ihnen diese auch zur Verfügung stellen. Und zwar allen Bürgern und nicht nur sozial schwachen. Das ist eine Frage der Gleichberechtigung – und würde gleichzeitig auch mehr Akzeptanz für die Maßnahme schaffen.

So hat man die Verantwortung einfach von sich geschoben und sie fällt – wie es die Landrätin prophezeit – tatsächlich dem Markt zu, der das auf die übliche Art und Weise regeln wird. Die Maskenpreise werden wohl spürbar steigen – und das kostet alle was. Den Bürgern das Geld und die Politiker das Vertrauen.

danny.scheler-stoehr@freies-wort.de

 

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