Selbstverständlich werde er sich als König in nichts einmischen, beteuerte Charles im Jahr 2018 in einem BBC-Interview anlässlich seines 70. Geburtstags: „So dumm bin ich ja nun wirklich nicht. Natürlich ist mir klar, dass ich als Souverän eine ganz andere Rolle spiele. Natürlich verstehe ich, dass alles dann ganz anders funktioniert.“
Solange Charles wisse, wann er den Mund zu halten habe, werde er ein sehr gutes Staatsoberhaupt abgeben, ist die Überzeugung der langjährigen früheren BBC-Hofberichterstatterin Jennie Bond: „Ich war schon immer der Ansicht, dass er ein guter König sein wird. Er ist ein nachdenklicher Mensch, der seine Verantwortung sehr ernst nimmt.“ Nun habe er die Chance, seine frühere Frau Diana Lügen zu strafen. Diana hatte ja nach der Trennung darauf bestanden, dass Charles „für den Topjob ungeeignet“ sei. Letztere Meinung teilen noch immer Charles’ unerbittlichste Kritiker, wie der Autor Tom Bower. Der kreidet Charles unter anderem „Abhängigkeit von einem luxuriösen Leben“, „finanzielles Missmanagement“ und „entsetzliche Beziehungen zum Rest der Familie“ an.
Viel Kritik, auch unter Monarchisten und in der konservativen Presse, hat sich Charles in jüngsten Jahren auch wegen zwielichtiger Verbindungen zu gekrönten Häuptern insbesondere am Golf und zu Milliardären in aller Welt zugezogen, die ihn von Jahr zu Jahr mit Riesensummen für seine diversen karitativen Initiativen oder auch zur Restaurierung seiner Schlösser versorgt haben.
Im Juni dieses Jahres gab es einen regelrechten Aufschrei, als bekannt wurde, dass Charles selbst Koffer voller 500-Euro-Noten von Scheich Hamad bin Jassim, einem ehemaligen Regierungschef Katars, in Empfang genommen hat. Von derlei Dingen wollen Royalisten lieber nichts mehr hören. Sie hoffen, dass sich Charles nun, als König Charles III., auf absolut nichts mehr einlässt, was ihn in ein schlechtes Licht rücken könnte. Dass er sich die richtigen Berater sucht, seiner Mutter nacheifert, die Windsors zusammenhält. Letztlich, meint Hugo Vickers, ein anderer prominenter Biograf des neuen Königs, könne sich Charles III. als „ganz unterhaltsamer“ Monarch erweisen. „Kultiviert“ sei er ja, und statt seinem Missionsdrang nachzugeben, könne er „große kulturelle Ereignisse“ veranstalten: „Das könnte ganz lustig sein.“ Vielleicht müsse man ja gar nicht alles so ernst sehen, hatte schon vor ein paar Jahren der Satiriker und Republikaner Will Self geschmunzelt. Da „Chucky“ nun mal beschlossen habe, neuer König zu werden, könne man sich „genauso gut zurücklehnen und die Kutschfahrt genießen“ mit ihm.