Der BSW-Abgeordnete Reinhard Simon erhob schwere Vorwürfe gegen Fraktions- und Bundesspitze. "Die betriebliche Klimatik, die muss sich ändern. Und da haben wir keine Chance gesehen, kein Entgegenkommen", sagte Simon der dpa. "Dazu gehört ein Bundesvorstand und ein Landesvorstand und der Druck ist dann weitergegeben worden durch die Fraktionsspitze", sagte er dem RBB. "Wir sind nach wie vor für die Inhalte der BSW-Politik."
AfD sieht Bündnis zerbrochen
Aus Sicht des AfD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Christoph Berndt ist die Koalition am Ende. "Das Bündnis mit dem BSW ist ja erkennbar zerbrochen. Da gibt es keine eigenen Mehrheiten mehr", sagte Berndt. Ministerpräsident Woidke bekomme die Zustimmung zu den Medienstaatsverträgen nur mit der CDU. "Er kann überhaupt nur mit der CDU regieren, und wir fordern ihn auf und die CDU auf, das Versteckspiel zu beenden, das jetzt öffentlich zu machen."
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann äußerte sich zurückhaltend zur Koalitionskrise. "Das ist eine Sache, die die Koalition intern bewerten muss", sagte er. Aber das Außenbild, das das Land gerade abgebe, sei nicht das beste. Mit Hilfe der CDU können die beiden Medienstaatsverträge im Landtag durchkommen.
Keine eigene Mehrheit für Koalition
Die SPD/BSW-Koalition stimmte bei einer Vorentscheidung im Hauptausschuss zu den Staatsverträgen nicht einheitlich. Während BSW-Fraktionschef Lüders mit Nein stimmte, votierte BSW-Finanzminister Crumbach wie SPD und CDU mit Ja. Die Verträge fanden nur dank der CDU eine Mehrheit. Die AfD lehnte ab. Die SPD zeigt sich bisher tolerant. SPD-Fraktionschef Björn Lüttmann warnt, irgendwann gebe es eine rote Linie.