Kloster Klang 2026 Elektro-Musik aus der Wiege Südthüringens

In Kloster Veßra zwischen Suhl und Themar schlägt das historische Herz der Thüringer Franken. Am Samstag wird es von elektronischen Beats übertönt. Statt Mönchen fühlen sich dann die Clubber wohl.

Die Klosterkirche St. Marien aus dem 13. Jahrhundert ist ein Konzertsaal unter freiem Himmel. Foto: picture alliance/dpa/Martin Schutt

Wo sonst mittelalterliche Mauern mit 900 Jahren Geschichte erzählen, werden am Samstagabend elektronische Beats den Ton angeben. Das Hennebergische Museum Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) verwandelt sich am Samstag, 25. Juli, in eine ungewöhnliche Konzertkulisse: Beim „Kloster Klang 2026“ treffen historische Architektur und moderne Clubkultur aufeinander.

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Zwischen Klosterruine, Gärten und alten Wirtschaftsgebäuden sowie dem Gelände des Freilichtmuseums entsteht dabei eine Atmosphäre, die eher an eine Sommergartenparty erinnert als an eine klassische Museumsveranstaltung.

Aktuelle Änderungen beim Kloster Klang 2026

Kurz vor der Veranstaltung gab es allerdings eine personelle Änderung. Moderator, Musikjournalist und DJ Markus Kavka musste seinen Auftritt aus gesundheitlichen Gründen absagen. Für Ersatz ist jedoch bereits gesorgt. Martin Hübner wird kurzfristig beim „Kloster Klang“ dabei sein. Gemeinsam mit Tommy Stu, Danny B und DJ Pepper gestaltet er das musikalische Programm des Abends.

Die Eindrucksvollen Türme der Klosterkirche. Foto: Olaf Amm/ 

Der Einlass beginnt am Samstag um 18 Uhr. Die Besucher dürfen sich auf einen entspannten Sommerabend freuen, bei dem nicht allein die Musik im Mittelpunkt steht. Vielmehr soll das historische Gelände Raum für Begegnungen, Gespräche und kulturellen Austausch bieten.

Dass ausgerechnet das ehemalige Prämonstratenserkloster zur Bühne für elektronische Musik wird, verleiht der Veranstaltung ihren besonderen Charme. Denn Kloster Veßra ist weit mehr als eine malerische Kulisse. Die um 1131 gegründete Anlage zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kulturdenkmälern Thüringens und war über Jahrhunderte geistliches, politisches und kulturelles Zentrum der Region.

Kloster Veßra ist heute eine Museumsanlage. Foto: picture alliance/dpa/Martin Schutt

Als Hauskloster der mächtigen Grafen von Henneberg spielte Veßra eine Schlüsselrolle beim Aufstieg jenes Adelsgeschlechts, das die Geschichte Südthüringens zwischen Bad Salzungen und Sonneberg, Ilmenau und Meiningen über Jahrhunderte prägte.

Noch heute beeindruckt die monumentale Ruine der Klosterkirche St. Marien mit ihren mächtigen Türmen und den erhaltenen Mauern. Architekturhistoriker sehen in der Anlage ein herausragendes Zeugnis reformorientierter Klosterbaukunst des 12. Jahrhunderts. Romanische und frühgotische Elemente erzählen von verschiedenen Bauphasen und vom Einfluss bedeutender geistlicher Zentren jener Zeit. Die Ruine gehört zu den eindrucksvollsten ihrer Art in Mitteldeutschland.

Auf dem Gelände des Hennebergischen museums stehen zahlreiche historische Facherkhäuser, die die Besucher besichtigen können. Foto: picture alliance/dpa//Martin Schutt

Hinzu kommt die außergewöhnliche Geschlossenheit des Geländes. Neben den Überresten des mittelalterlichen Klosters beherbergt das Museum heute zahlreiche historische Fachwerkgebäude aus ganz Südthüringen, darunter Höfe, Scheunen, Werkstätten und Bauernhäuser. Damit ist Kloster Veßra nicht nur Erinnerungsort für die Geschichte eines Klosters, sondern zugleich eines der wichtigsten Freilichtmuseen Thüringens und ein einzigartiges Schaufenster regionaler Kulturgeschichte.

Aus dem ältesten Ort Südthüringens wird einer der modernsten

Gerade diese besondere Mischung aus sakraler Vergangenheit, ländlicher Tradition und lebendiger Gegenwart macht den Reiz des „Kloster Klang“ aus. Wenn elektronische Musik durch die alten Mauern hallt und sich Lichtinstallationen in jahrhundertealtem Gemäuer spiegeln, entsteht ein spannender Dialog zwischen den Epochen. Man könnte auch sagen: Für einen Sommerabend wird aus einem der ältesten Orte Südthüringens einer der modernsten.

Tickets gibt es im Vorverkauf über den Kooperationspartner Moon Circus GmbH für 8 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. An der Abendkasse kostet der Eintritt 15 Euro. Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Öffnungszeiten gibt es unter www.museumklostervessra.de