Grasl hatte im September in einer Stellungnahme betont, dass die Nonnen aus gesundheitlichen Gründen nicht länger in Goldenstein wohnen konnten. Deshalb seien sie in das Heim übersiedelt, sagte er. Sein Sprecher kommentiert die anderen Aspekte der Anzeige nicht, denn sie liegt ihm bislang nicht vor.
Die Nonnen und ihre Helferinnen sagen hingegen, dass sich der Zustand der drei Damen seit der Rückkehr nach Goldenstein verbessert habe, besonders der von Schwester Regina. "Ja, es ist besser", sagt die 86-Jährige. "Frische Luft, Bewegungsmöglichkeiten", nennt sie als Gründe.
Romy Schneider unter Goldenstein-Absolventinnen
Regina unterrichtete früher nicht nur Mathematik und Naturwissenschaften an der Klosterschule, sie war auch Direktorin sowie oberste Nonne von Goldenstein. Das Schloss, in dem einst Dutzende Schwestern lebten, war seit dem späten 19. Jahrhundert im Besitz der Augustiner-Chorfrauen.
Die Mittelschule von Goldenstein, die bis heute in Betrieb ist, war bis 2017 eine Mädchenschule. Aus ihr gingen Professorinnen, Juristinnen, Geschäftsfrauen und Hausfrauen hervor, erzählt Schwester Bernadette.
Als berühmteste Absolventin gilt die Filmschauspielerin Romy Schneider, die hier von 1949 bis 1953 die Schule besuchte. Auch Bernadette war damals Schülerin in Goldenstein. "Sie hat unglaublich scharf geschossen beim Völkerball-Spiel", erinnert sich Bernadette an den späteren Star der "Sissi"-Filme.
Doch die drei Nonnen denken nicht nur an die Vergangenheit, sondern auch an ihre Zukunft in Goldenstein. Im Frühling will Schwester Rita den Klostergarten samt Gewächshaus mit Blumen und Gemüse reaktivieren. "Ab Februar wächst die Natur wieder, und da werde ich dann wieder starten - so richtig", sagt sie.