Klinikum Bad Salzungen Neuer Chefarzt beeindruckt von Ausstattung

Auf der Intensivstation werden schwerstkranke Patienten versorgt. Insgesamt zehn Intensivbetten stehen Chefarzt Dr. Michael Kunde zur Verfügung Foto: Heiko Matz

Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum hat einen neuen Chefarzt: Dr. Michael Kunde wechselt vom Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg nach Bad Salzungen.

Bad Salzungen - Das Klinikum Bad Salzungen profitiert von der Standortschließung des Herz-Kreislauf-Zentrums Rotenburg/Fulda. Denn das war Anlass für den dortigen leitenden Abteilungschef, Dr. Michael Kunde, sich nach einem anderen Job umzusehen. Seit 1. August ist er Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Bad Salzungen.

Aus dem Rhein-Main-Gebiet stammend, studierte der heute 49-Jährige in Mainz Medizin. Dass er diese Richtung einschlagen wird, war für Michael Kunde recht früh klar. Seine aktive Mitgliedschaft beim Deutschen Roten Kreuz, seine Tätigkeit als Rettungssanitäter und später Rettungsassistent prägten ihn. Und auch bei der Wahl seiner Fachrichtung Anästhesiologie und Intensivmedizin spielte dies eine Rolle. Nach dem Studium folgte der 18-monatige Einsatz als Arzt im Praktikum, den er im Stadtklinikum Rüsselsheim absolvierte. Im Jahr 2000 wechselte Michael Kunde an das Uni-Klinikum Mainz und vollendet dort seine achtjährige Facharztausbildung. Acht Jahre später suchte er eine neue Herausforderung, „weil ich weg aus dem Ballungsgebiet wollte“. Er entschied sich für eine Oberarztstelle in der Anästhesie und Intensivmedizin am Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg/Fulda. Als 2016 sein damaliger Chef ausschied, trat er dessen Nachfolge an und brachte sich außerdem seit 2018 im ärztlichen Direktorium ein.

Die beabsichtigte Standortschließung des Herz-Kreislauf-Zentrums ließ den Intensivmediziner erneut seine Fühler nach einem anderen Job ausstrecken. Osthessen oder Westthüringen sollte es sein, hat er sich doch mit seiner Familie in Rotenburg niedergelassen. Dass in Bad Salzungen die Chefarztstelle der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum frei war und er genau eine solche suchte, „war ein glückliches Zusammentreffen“. Schon bei seinem ersten Besuch im Januar in Bad Salzungen war er begeistert vom Klinikum. „Hier hat man Mut zu einem Neubau gehabt und nicht versucht, am Altbestand herumzudoktern“, sagt Michael Kunde. Die Voraussetzungen für eine gute und zeitgerechte Gesundheitsversorgung seien optimal. Nicht nur die bauliche Substanz, sondern vor allem auch die tolle Ausstattung des Hauses hätten ihn überrascht.

Auch mit dem, was er in seiner neuen Abteilung vorgefunden hat, ist der neue Chefarzt zufrieden. „Die Mitarbeiter sind sehr engagiert, sie sorgen dafür, dass wir hier moderne Medizin betreiben und die Menschen gut versorgen können“, sagt er. Zehn Intensivbetten stehen auf der Station zur Verfügung. Während der schlimmsten Zeit der Corona-Pandemie seien diese alle belegt gewesen, erinnert sich Marketingleiterin Birgitt Schroth. Einige Patienten habe man sogar in andere Krankenhäuser verlegen müssen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat Michael Kunde auch im Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg gespürt. „Wir hatten die schweren Fälle, die an die Lungenersatzmaschine angeschlossen werden mussten“, berichtet er. Eine weitere Folge der Pandemie: „Viele Herz-Kreislauf-Patienten haben sich nicht gleich ins Krankenhaus getraut, sondern erst, als es fast zu spät war.“ So sei es teilweise zu schweren Verläufen gekommen.

An den standardisierten Abläufen auf der Intensivstation wird der neue Chefarzt erst einmal nichts verändern. „Es funktioniert alles.“ Dennoch wolle er alle Vorgänge beleuchten, um zu schauen, ob nicht doch etwas optimiert werden könne. Das sei ein ganz normaler Vorgang, den er beibehalten wolle. „Alle zwei Jahre werden wir überprüfen, ob alles noch passt und auf dem aktuellsten Stand ist“, erklärt er. Medizin sei immer in Bewegung, „da müssen wir am Ball bleiben, um nicht stehen zu bleiben“. Auch dem Thema Personalentwicklung wolle er sich widmen, die Aus- und Weiterbildung strukturieren. „So kann man das Haus für neue Kollegen noch attraktiver machen.“ Gerne , betont er, hätte er weitere Kollegen von Rotenburg mitgebracht. Aber der 60-minütige Fahrtweg schrecke ab. Ihn natürlich nicht: „Ich hatte gleich das Gefühl: Hier bin ich richtig, hier kann ich gute Medizin machen.“ Einige seiner ehemaligen Kollegen aus dem Herz-Kreislauf-Zentrum wolle er dennoch nach Bad Salzungen einladen: „Sie müssen das Klinikum mal sehen. Und ich hoffe, es hat den gleichen Effekt wie auf mich.“

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