Meiningen - Mindestens elf Schläuche winden sich von langen Stativen bis zum Krankenbett. Viele Kabel liegen in dicken Schlangen auf dem Bettrand und sind mit dem Körper verbunden. Monitore geben Geräusche von sich und zeichnen zackige Linien. Das Beatmungsgerät schnauft im immer gleichen Rhythmus. Meine blaue Handschuhhand liegt sanft auf der Hand eines Mannes mittleren Alters. Vor einer Woche haben wir die letzten Worte miteinander gewechselt. Jetzt liegt er im künstlichen Koma und wird beatmet. Seine Krankheit ist eine, die manche abwertend als „Schnupfen“ bezeichnen. Ihn hat es an die Grenze des Lebens gebracht. Die letzten Minuten vor dem künstlichen Koma waren quälend.