Von der klimatischen Entwicklung profitieren könnte dem Team um Ribalet zufolge das ebenfalls winzige Cyanobakterium Synechococcus. Computermodellen zufolge könnte es die ökologische Lücke, die Prochlorococcus bei höheren Wassertemperaturen zu hinterlassen droht, zumindest teilweise füllen.
Proben nur aus obersten Schichten entnommen
Einschränkend geben die Forschenden zu ihren Ergebnissen zu bedenken, dass bisher nur recht wenige Messungen in räumlich beschränkten Meeresgebieten vorgenommen wurden. Auch ließen sich bisher seltener vorkommende hitzetolerante Varianten mit der Methode nicht hinreichend erfassen.
„Eine wesentliche Schwäche der Studie ist die auf die obersten Schichten beschränkte Probennahme“, erklärt Bernhard Fuchs vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen dem Science Media Center. Denn dadurch bleibe außen vor, was in tieferen Schichten geschehe. Ob beispielsweise nach einer Hitzewelle und dem Absterben eines großen Teils der Prochlorococcus-Populationen eine Wiederbesiedlung aus tieferen, kühleren Schichten möglich wäre. Auch die Messmethode ist aus Sicht von Fuchs nicht mehr zeitgemäß.