Kleingartenverein Eller Keine Kois, aber Fröschla im Teich

Vereinsvorsitzender Steffen Lohse (rechts) enthüllt mit Bürgermeister Heiko Voigt die Schautafel am Feuchtbiotop. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Zum Saisonstart gehen die Mitglieder des Kleingartenvereins Eller mit einem Ratespiel im Grünen an den Start.

Sonneberg - „Bei uns gibt es zwar keine Koi-Karpfen, aber wir haben Fröschla“, kommt Steffen Lohse ins Schwärmen. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Eller zählt am vor einiger zeit angelegten Weiher am Eingang der Anlage auf, was es wissenswertes hier zu entdecken gibt. Entdecken ist richtig, denn das Feuchtbiotop ist Station Acht eines ganzen Ratespiels, das sich über die ganze Gartenanlage verteilt.

An Ideen mangelt es nicht, denn die Eller-Gärtner hatten sich bereits 2020 auf den „Tag des Gartens“ vorbereitet. Dann kam der erste Lockdown und eine Absage und auch 2021 wurde die Veranstaltung vom Landesverband der Kleingärtner wieder abgesagt. Von Aufgeben möchte Lohse und seine Mitstreiter nichts wissen. „Habt Ihr nicht eine Idee“, schildert der Vorsitzende eine Anfrage aus dem Rathaus der Spielzeugstadt. Beigeordneter Christian Dressel kann sich erinnern und auch daran, dass es etwas mit Bildung sein sollte und dem MINT-Projekt der Stadt. Hinter dem Kürzel stecken Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften und Technik. Durch außerschulische Angebote sollen diese Kompetenzen gestärkt werden (Freies Wort berichtete). „Zwei Buchstaben können wir erfüllen“, sagt Lohse. Insbesondere das N für Naturwissenschaft bei „MINT“, habe das Vereinsteam veranlasst, der Stadt zu signalisieren, sich hier zu engagieren. Auf acht selbstgestalteten Schautafeln ist es möglich, einen Rundgang durch die Kleingartenanlage zu gestalten. Man setze hier auf viele Bilder und wenig Text, sodass schon die Jüngsten zum Erraten von abgebildeten Tieren oder Obst und Gemüse motiviert werden. Und das „M“ für Mathematik habe man auch dabei, denn die Kinder müssen zusammenzählen wie viele MINT-Symbole auf den Tafeln verteilt sind. Die Tafeln wurden über die Stadt Sonneberg finanziert, für die Preise setze man auf den Kreisverband der Kleingärtner, betont Lohse.

„Das ist ein spannender Ansatz, Bildung mit Bewegung in freier Natur zu verbinden“, betont Dressel. Die Idee: Wer am Ratespiel teilnehmen möchte, der muss sich alle über die Anlage verstreute Stationen anschauen – und lernt dabei auch noch etwas über Natur und Umwelt. „Die Karten dafür kann man bei uns über die Homepage anfordern“, erläutert Lohse. An Kindergärten und Schulen seien sie bereits verteilt. Insgesamt 500 wurden gedruckt, bei Bedarf könne man auch nachdrucken. „Im Garten kann ich auch einmal verweilen und auf andere Gedanken kommen“, beschreibt Lohse die Idee dahinter. Das sei möglich, auch wenn die große 75-Jahr-Feier, die dieses Jahr eigentlich anstehen würde, wie vieles andere ausfällt.

„Unser Ziel ist es, möglichst viele unserer Mitglieder einzubeziehen“, bemerkt der Vorsitzende. In seiner Neuaufstellung des Vereins seit 2014 sehen sich Lohse und seine Vorstandsmannschaft bestätigt. Das Durchschnittsalter sei von 67 auf Mitte 50 Jahre gesunken. Aktuell gibt es auf der Eller 118 Mitglieder auf 74 Parzellen. Nachdem der Verein 2019 bereits den Landestitel der Kleingärtner nach Sonneberg geholt hat, so Lohse, wolle man sich nunmehr erneut darum bewerben.

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