Kleine Kämpferin Lillys Schicksal bewegt die Menschen

In der Region finden viele Spendenaktionen für die kleine Lilly statt. Foto: Benkert/Wolfgang Benkert

Viele Menschen aus der Region nehmen Anteil am Schicksal der an einer schweren Form von Leukämie erkrankten Lilly aus Mittelstille. In dieser Woche konnte die kleine Familie wieder zwei Spenden entgegennehmen.

Schmalkalden - Andre Möller, Vater der kleinen Lilly, ist überglücklich. Überwältigt von so viel Menschlichkeit und Anteilnahme zittern dem jungen Mann ein wenig die Hände, als die Spende entgegennahm. 4012 Euro. Diese Summe steht auf dem Scheck, geschrieben in grünen Buchstaben. Grün symbolisiert den Inbegriff der Hoffnung, steht für bessere Zeiten, für Glück – für Leben. Ob Klara Geuß und Sandro Waitz von den EDEKA Märkten Büto diese Metapher im Hinterkopf hatten, als sie den Scheck ausstellten, bleibt ihr Geheimnis. Aber mit ihrer Aktion „Wir laufen für Lilly“ geben sie der kleinen Familie ganz viel Hoffnung, Kraft und Zuversicht.

Mehr als 80 der rund 100 Mitarbeiter der EDEKA-Filialen in Eisfeld, Bad Berka, Jena und Schmalkalden beteiligten sich an dem internen Firmenlauf. Vom 1. bis 5. April liefen, wanderten, joggten oder radelten sie – nach einem anstrengenden Arbeitstag oder am Wochenende – hunderte Kilometer. 2500 waren es insgesamt, berichtet Klara Geuß stolz. Für jeden einzelnen Kilometer spendete der Markt einen Euro.

Mehr als 100 Kilometer in fünf Tagen sammelte allein Sandro Waitz. Der junge Mann, der im EDEKA Markt Schmalkalden arbeitet, hatte aus der Heimatzeitung vom Schicksal der an einer schweren Form von Leukämie erkrankten Lilly erfahren. Und von der Spendenaktion, die Freies Wort hilft initiiert hat und über die bereits rund 22.000 Euro eingegangen sind. Waitz erinnerte. An Mama Lisa, an die früheren Zeiten im Jugendhaus. Nach seinem Wegzug aus Schmalkalden habe man sich aus den Augen verloren. Umso mehr bewege ihn der Kampf, den das kleine Mädchen und ihre Eltern gerade bewältigen müssen.

Der Vorschlag des jungen Mannes, für Lilly zu laufen, brachte viele(s) in Bewegung. Neben der aktiven strickten Mitarbeiter oder deren Angehörigen für die Einjährige, das Team wurde mit Pullis ausstaffiert, Buttons mit einer strahlenden Lillys gestaltet, selbst gestaltete Spendenboxen in den Filialen aufgestellt. Alle Teilnehmer waren hoch motiviert, erzählt eine sichtlich stolze Karla Geuß. Dass es Spaß gemacht, für einen guten Zweck sportlich unterwegs zu sein, den inneren Schweinehund zu überlisten, zeigen auch die Fotos von fröhlichen Mitarbeitern, die allein, mit Partner, zwei- oder vierbeinigen Freunden Kilometer um Kilometer ansammelten. Diese „teambildende Maßnahme“, sind die Initiatoren gewiss, wird keine Eintagsfliege bleiben. Sie hoffen auf die Zeit, in der man sich wieder gemeinsam auf die Socken machen kann. Für einen guten Zweck.

Für Lilly und ihre Eltern gesammelt haben auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schmalkalden. Seit vielen Jahren gehört Mama Lisa der Truppe an, sie ist in der Ortsfeuerwehr ihres Heimatortes Mittelstille aktiv, gehört zu den Organisatoren der jährlichen Hof-Kirmes. Die Kameradin und ihre Familie zu unterstützen, sei eine Herzensangelegenheit, sagt Stadtbrandmeister Michael Pfunfke. Einen Kurzbesuch der 30-Jährigen zu Hause hatten er und Wehrführer Torsten John genutzt, um die Spende in Höhe von 2650 Euro persönlich abzugeben. Neben der finanziellen Unterstützung stehen Lisa Herdmann und Mitglieder der Feuerwehr in engem Kontakt über Whatsapp. Dieser Zuspruch tut unheimlich gut, sagt sie. Zu wissen, man ist nicht allein, helfe in dieser schweren Zeit ungemein.

Inzwischen hat die tapfere Kämpferin die dritte von insgesamt fünf Chemotherapien erhalten. Mit allen damit verbundenen Nebenwirkungen wie Brechen, Durchfälle, Schmerzen. Mama Lisa wacht Tag und Nacht an ihrem Bett. Der Papa fährt so oft wie möglich nach Erfurt. Dank seines verständnisvollen Arbeitgebers kann er auch kurzfristig Urlaub nehmen, um seine Freundin zu entlasten. Die letzten Tage hätten ihr ganz schön zugesetzt, sie an ihre eigenen Grenzen gebracht, sagt die junge Frau. Ständig dieses Auf und Ab, die Angst, sein Kind nicht aufwachsen zu sehen. Bei unserem letzten Kontakt am Freitag klang Lisa schon viel optimistischer, ja glücklich. Sie habe gerade ein längeres Gespräch mit der betreuenden Medizinerin geführt, schrieb sie. Lillys Werte würden wieder richtig fallen. Die Ärztin sei sehr zufrieden. Sie habe seit Jahren keine AML-Patientin gehabt, die sich so schnell und so gut von jedem Chemoblock erholt. Die Daumen sind weiter gedrückt.

Freies Wort hilft nimmt gern weiter Spenden von Leserinnen und Lesern entgegen unter dem Stichwort: Lilly.

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Verwendungszweck: Lilly

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