Die politische Debatte in Thüringen ist derzeit höchst energiegeladen. Die Gegner des Pumpspeicherwerkes machen mobil, die Gegner des Netzausbaus und natürlich die Gegner von Windkraft und Geothermie. Für Politiker ist es sehr schwierig, sich in diesem spannungsgeladenen Umfeld zu bewegen und die Wahrheit zu sagen, nicht vor jeder Widerstandsbewegung einzuknicken. Vor diesem Hintergrund hat sich Thüringens SPD-Landeschef Matschie jetzt höchst anständig verhalten. Die Stromtrasse von Bad Lauchstädt nach Meitingen werde benötigt, findet Matschie. Die Aussage ist wichtig - und wohl auch richtig. Fakt ist, dass Deutschland ein leistungsfähiges Netz braucht, um Windstrom aus dem Norden in den Süden zu transportieren, auch wenn etwas Braunkohlestrom beigemengt wird. Ohne neue Leitungen geht nichts. Man kann Strom von der Nordseeküste nicht dauerhaft über Polen und Tschechien transportieren. Gestern ist SPD-Sozialministerin Heike Taubert leider eingeknickt wie ein morscher Strommast: Keine Leitung, solange Bayern keine wolle.