Die Hiobsbotschaften auf dem Energiemarkt reißen nicht ab. Die Kosten für Wärme und Strom in den Haushalten sind in schwindelerregende Höhen gestiegen. Die Menschen müssen sich in Zukunft warm anziehen, wollen sie die Mehrlasten schultern. Besonders schmerzhaft sind die schier ins Uferlose gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Und die Spirale dreht sich weiter und weiter. Die fossilen Energien gehen schneller zur Neige als gedacht. Die Erde stöhnt und schwitzt ob der Klimaerwärmung. Die Kostenexplosion trifft die Spediteure, die Berufskraftfahrer, die Pendler, Fluglinien, Busunternehmer, aber auch Landwirte, Nahrungsmittelhersteller, Krankenhäuser und Schulen – sie trifft uns alle in Mark und Bein. In zahlreichen Städten müssen sich die Fahrgäste auf höhere Taxigebühren einstellen, meldeten gestern die Agenturen. Die Unternehmen können die Mehrausgaben an den Zapfsäulen nicht mehr kompensieren, müssen sie wohl oder übel auf ihre Kunden umlegen. Sparen ist angesagt. Und so werden Kurse für effizienteres Autofahren angeboten, und auch die Automobilhersteller haben längst umgedacht. Für viele ist die Schmerzgrenze längst erreicht und für manche ist sie bereits überschritten. Aber längst nicht für alle. In Zeiten, in denen das Auto immer öfter in der Garage bleiben muss, schöpfen einige Zeitgenossen weiterhin ungeniert aus dem Vollen. Der Markt für Spaßmobile, wie Quads und Crossmaschinen, oder die leistungsbezogene Tuningbranche boomen. Kavaliersstarts im öffentlichen Straßenverkehr gehören zum Alltag. Man zeigt, was man hat, und lässt es die anderen auch hören. Die unvernünftigen Spaßfahrer berauschen sich an der Geschwindigkeit wie zu den besten Zeiten der Spaßgesellschaft. Und dies nicht nur auf ihre, sondern auf unser aller Kosten. Für einige scheint die Schmerzgrenze sehr hoch zu liegen. Für die Mehrheit der vernünftigen Spaßbremser ist der Schmerz, den dieses tosende und anarchische Spritvergeuden verursacht, indes kaum noch auszuhalten.