Es ist nur eine Tür, die da am Dienstag in Halle ausgewechselt worden ist, wiewohl eine sehr gute, sehr stabile. Und doch ist sie mehr als das: ein Symbol für Hass und Gewalt auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Symbol für den Schutz vor Hass und Gewalt. Als vor einem Dreivierteljahr ein Rechtsterrorist durch die Stadt an der Saale wütete und dabei unter anderem zwei Menschen tötete, da hinderte die Tür der Synagoge ihn daran, ein Massaker an den über 50 jüdischen Mitbürgern anzurichten, die sich dort zur Feier von Jom Kippur versammelt hatten. Die Bilder von den Einschüssen an der Synagogentür gingen um die Welt. Aber sie hielt stand. Nun soll sie zentraler Bestandteil eines Mahnmals werden, das im Deutschland auch des 21. Jahrhunderts noch an die Schrecken des Antisemitismus erinnern soll und muss. Und ihre Nachfolgerin, die neue Tür, soll die Menschen, die in die Synagoge gehen, genauso gut beschützen wie sie.