Es tut politischen Parteien immer gut, wenn sie sich auf ihre Grundwerte besinnen. Wenn sich Sozialdemokraten für einen Mindestlohn oder eine Grundrente einsetzen beispielsweise, wenn Liberale die Freiheitsrechte (und nicht nur die der Wirtschaft) hochhalten, wenn Grüne - zuletzt ja sehr erfolgreich - den Schutz der Umwelt vorantreiben. Die Unionsparteien führen das "C" im Namen, was christliche Nächstenliebe zur Grundlage allen politischen Tuns macht. Da wundert es einen schon, wenn der Steinbacher CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Malsch in seiner Rolle als migrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion zu Forderungen, nach der Katastrophe von Moria sollte Deutschland Flüchtlinge aus dem niedergebrannten Lager aufnehmen, sehr schnell mitteilen lässt, Straftaten dürften nicht auch noch belohnt werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, wenn auch nicht bewiesen, dass der Brand von Lagerinsassen selbst ausgelöst wurde. Nur darf man die Frage stellen, ob das als Straftat oder als Notwehr zu bewerten ist. Und sicher ist, dass nicht alle 12 600 Menschen, die nun obdach- und völlig hilflos sind, gezündelt haben. Ihnen mit Nächstenliebe zu begegnen, sollte für einen CDU-Politiker selbstverständlich sein.