Die Arbeitslosenzahlen werden in der Redaktion an jedem Monatsende selbstredend eifrig diskutiert. Gestern ging es besonders heiß her: Schmalkalden hat eine Schallmauer durchbrochen. Die liegen tatsächlich bei 4,8 Prozent. Unglaublich. Nun ist das physikalische Durchbrechen einer Schallmauer am Himmel, denken Sie nur an den Pleitegeier Concorde, nicht gerade sehr angenehm. Aber der Knall, den der Arbeitsmarktkreis Schmalkalden jetzt verursacht hat, ist schon so was wie ein Ohrenschmaus. Der Steinbach-Hallenberger Erich Bahner, ein Urgestein der regionalen Handwerkerszene, äußerte sich in einem Interview mit dieser Zeitung zu den Gründen, die ihn 1990 dazu bewogen haben, in der Haseltalstadt einen Gewerbeverein zu gründen. Er habe einfach mal eine Umfrage mit einem selbst gefertigten Formular gestartet und allen regionalen Betrieben einen Besuch abgestattet. Frage: Wie ist eure wirtschaftliche Situation? Das Ergebnis: 61,2 Prozent Arbeitslose. Und seine nüchterne Reaktion: Das geht nicht. Da müssen wir was tun! Heute ist Bahner 76 und glücklicher Opa, sein Malerbetrieb floriert, der Gewerbeverein hat 130 Mitglieder (1990 waren es 15) und Schmalkalden hat 4,8 Prozent Arbeitslose. Südthüringen übrigens 5,5, Sonneberg 3,9, Bad Salzungen 5,8. Alles Zahlen, die sich wirklich sehen lassen können. Da müssen einige Bahners in diesem Land seit der Wiedervereinigung etwas sehr Richtiges getan haben. Gut gemacht!