Sicher, der FC Bayern München polarisiert die deutsche Fußball-Nation. Sicher ist aber auch, dass momentan kein anderes Team der 1. Bundesliga über das Spielerpotenzial und die fußballerischen Fertigkeiten verfügt, ein Halbfinale oder gar ein Finale der Champions League zu erreichen.

Und der momentane Erfolg der Bayern hat auch einen Namen: Arjen Robben. Was der Typ mit dem Ball auf dem Rasen abliefert, ist einfach unglaublich. Der 26-jährige Niederländer kann nicht nur ein Spiel genial lesen, er kann es auch an sich reißen und mit seinen genialen Toren obendrein entscheiden. Ohne Superlative überstrapazieren zu wollen, das Geschoss gegen Manchester war ein Traumtor. Der Techniker und Kreativspieler mit dem Auge für die Situation und seine Mitspieler verfügt auch noch über eine bestechende Kondition. Bei aller Genialität - Meister in drei Ligen, erstes Spiel in der Ehrendivision mit 16, 46 Tore in der Elftal - der Crack bleibt immer auf dem Teppich. Ganz ohne Starallüren und mit besonderen mentalen Qualitäten genießt der pfeilschnelle Dribbelkünstler hohe Sympathiewerte bei seinen Fans und beim Fachpublikum. Nur die direkten Gegenspieler könnten bei seinen Geniestreichen oft vor Wut ins "Gras beißen". Als Kumpel Ribery im 1:0-Spiel gegen Lyon - für mich ungerechtfertigt - den Roten Karton sah, wusste er sofort um seine besondere Verantwortung und wurde ihr mit dem Siegtor gerecht. Als ihn General van Gaal schließlich auswechselte, schien das Genie fast die Contenance zu verlieren. Minuten später folgte im Interview brav und professionell die Entschuldigung: "Das war nicht richtig, das war nicht gut." Aber es war kein Kadavergehorsam, das hat der Ausnahme-Athlet gar nicht nötig. Der FC Bayern polarisiert. Es gibt wohl keinen anderen deutschen Verein, der mal eben 25 Millionen Euro für einen Könner namens Robben ausgeben kann. Dass der Flügelflitzer momentan auf Weltklasseniveau spielt, steht indes außer Zweifel. Mit ihm scheint auch ohne Ribery das Finale möglich. Und dann sogar der Sieg. Mehr Sahnehäubchen bitte, Arjen.