Eigentlich wollte der Ilmenauer Sozial- und Gleichstellungsausschuss in seiner vergangenen Sitzung nur über die geplante Erhöhung der städtischen Kitagebühren diskutieren. Allerdings unternahm der Ausschuss auch einen gedanklichen Ausflug zur Situation von Kindergartenkindern mit Förderbedarf und mit Migrationshintergrund. Heike Rooke, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendarbeit der Stadtverwaltung Ilmenau, verwies auf ein neues Gesetz des Jahres 2025, das einen heruntergesetzten Betreuungsschlüssel beinhaltet: Bei unter Einjährigen betrage er nun eins zu vier (ein Erzieher für vier Kinder), bei ab einem bis drei Jahren eins zu sechs und bei Kindern ab drei Jahren bis zur Einschulung eins zu zwölf – gerechnet jeweils mit Vollzeiterzieherstellen. Wenngleich ein Erzieher nun für weniger Kinder verantwortlich ist, steige aber der Bedarf an unterstützenden Maßnahmen für Kinder, die nicht unter „Behinderung“, sondern als normale Regelkinder laufen, jedoch zusätzliche Unterstützung brauchen. „Das läuft, aber wir brauchen die Familie als Unterstützung, sie haben die Hauptverantwortung“, so Heike Rooke. Eigentlich brauche es mehr Personal, um sich auf solche Maßnahmen zu konzentrieren, doch das sei eine Frage des Geldes. Und es fehle an Heilpädagogen: „Die gibt es nicht auf dem Markt“.