Kirmes Oberschönau Weil die Tradition verpflichtet

Annett Recknagel

Drei Sass Nü Tö Kermes – in Oberschönau war das Volksfest mit dem 30. Geburtstag des Trachtenvereins verbunden.

Der Kronenkorken klackte, das Bier zischte – „Prost Gemeinde!“ Pfarrerin Ute Borchert ließ es sich im Gottesdienst schon schmecken. Nach der Andacht schenkte sie am Ausgang dann Obstler für alle aus. Das hatte seinen Grund: In Oberschönau wurde Kirmes gefeiert. Und nicht irgendeine Kirmes, sondern die Kirmes, die mit dem 30. Jubiläum des Trachtenvereins verbunden war.

„Welch eine Geschichte“, hatte die Pfarrerin zu Beginn der Andacht herausgestellt und die Damen und Herren um Vorsitzenden Jörg Bauroth für ihr Durchhaltevermögen gelobt. Übernommen hat er das Amt des Vorsitzenden von seinem Schwager Friedhelm Wagner, der zur Vereinsgründung 1992 dabei war und jetzt Ehrenpräsident des Vereins ist.

Eröffnet wurde das Jubiläum in der Kirche. „Es gilt, das Leben in diesen Tagen zu genießen“, formulierte es die Pfarrerin und wies darauf hin, dass die Kirmes aus Tradition gefeiert werde und dass Tradition verpflichte. „Tradition ist die Bewahrung des Feuers und nicht die Anbetung der Asche“, hatte sie ein bekanntes Zitat in petto und erinnerte an all die Vorbereitungen, die mit einer Kirmes einhergehen. So seien im Ort fleißig Kirmeskuchen gebacken, Trachten ausgebessert und genäht, ein Festprogramm einstudiert und ein Umzug auf die Beine gestellt worden. Wobei das noch nicht alles war.

Das gesamte Kirmesprogramm füllte ein Plakat. Der Umzug kam gleich nach der Andacht. Selbst Landrätin Peggy Greiser, die ein kleines finanzielles Geburtstagsgeschenk mitgebracht hatte, lief mit. Außerdem war auch der Vorsitzende des Thüringer Landestrachtenverbandes, Knut Kreuch, gekommen. Als Ploatzkötz marschierte Kay Roßmann vorneweg, gefolgt von Fahnenträger und Ehrengästen. Hinterher kamen die Damen und Herren des Schmalkalder Musikvereins und dann waren sie zu sehen – die Oberschönauer Trachten.

Die Damen gefielen mit schwarzen Röcken, weißen Blusen und Schürzen sowie Ziehhäupchen. Die Herren trugen Zylinder und Gehrock. Selbst die Schirme fehlten nicht. Superschick und elegant bewegten sie sich durch Oberschönau. Die Reihe schien kein Ende zu nehmen. Auch der Nachwuchs marschierte mit und war allerliebst anzuschauen.

Buntes Festprogramm

Hinter den Jubilaren kam die zweite Kapelle – die Stilletaler Musikanten. Und danach gab sich der Trachtenverein aus Steinbach-Hallenberg die Ehre. Die Oberschönauer Vereine schlossen sich an. Wintersportclub, Schwimmbad- und Feuerwehrverein – sie alle waren dabei. Der Zug bewegte sich zunächst ein stückweit hinauf, um dann im Festzelt zu enden. Dort wurde das Trachtenjubiläum am Freitagabend ausgelassen gefeiert. Mit vielen Gästen und einem Festprogramm.

Der Samstag stand im Zeichen der Ständchen durch den Ort. Am Abend spielte die Party-Band „Die Glüxxsritter“ zum Tanz auf. Den Frühschoppen am Sonntag gestalteten „Thomas Henkel und seine Freunde“. Auch zum gemeinsamen Mittagessen im Festzelt wurde eingeladen. Der Nachmittag war von einem bunten Programm gekennzeichnet.

Ziel der Kirmes ist es, die Menschen im Ort zusammenzubringen und das wurde in Oberschönau erreicht. „Es ist ganz unwichtig, ob die Kirmes früher länger dauerte – was zählt, ist die Kirmes heute, weil sie Spaß macht und Tradition hat“, hatte Pfarrerin Borchert schon in der Andacht zum Kirmesbeginn herausgestellt.

Und natürlich fehlten auf dem Festplatz im Dorfzentrum Schausteller nicht, sodass auch die kleinen Gäste auf ihre Kosten kamen.

 

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