Kirmes 2026 Lillis Leidenschaft und Heimatliebe

Mirco Robus

Seit vier Jahren ist sie Teil der Kirmesfamilie in Leimbach bei Bad Salzungen. Zum zweiten Mal überrascht die 19-Jährige mit ihrer Showtanzgruppe und will in Südthüringen bleiben.

Gerade hat die 19-Jährige ihr zehnwöchiges Praktikum als angehende Ergotherapeutin in Bad Liebenstein absolviert, wo dieses Foto vor dem historischen Postgebäude entstand, das zu den prachtvollsten Fachwerkbauten im fränkisch-hennebergischen Stil Südthüringens zählt und auch eine Briefmarke ziert. Foto: Imogen Berger

Schon vor mehr als einem Monat setzt die Leimbacher Kirmesfamilie ihren ersten Hinweis zum Kirmeswochenende vom 4. bis 6. September 2026 in die Welt. Ein Hinweis dafür, so wie in vielen anderen Südthüringer Dörfern auch, mit wie viel Leidenschaft die Kirmes – das Kirchweihfest, die „Kirchmess“, die nach allem, was man weiß, ihren Ursprung im Mittelalter hat – das ganze Jahr über in der Dorfgemeinschaft gelebt wird.

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Das Fotos aus dem Jahr 2025 zeigt Lilli Marlen (2. v. l.) und sechs weitere Mitglieder der Kirmesgesellschaft Leimbach e. V.. Foto: M. Robus/M. Robus

Lilli Marlen aus Leimbach bei Bad Salzungen, obwohl erst 19 Jahre jung, ist seit vier Jahren Teil der 1995 gegründeten Kirmesgesellschaft Leimbach e. V.. Zum zweiten Mal bringen Lilli Marlen und ihre ein Jahr ältere Freundin Annalena Rößler mehr als ein Dutzend Mädchen und Jungen auf das Kirmesparkett. Der Name ihrer Showtanzgruppe „Kirmesknaller“ soll auch diesmal Programm sein. Schließlich wünscht sich Lilli Marlen, dass wie im letzten Jahr, für den Überraschungseffekt die Choreographie bis zum ersten Septemberwochenende geheim bleibt. Röcke, Hemden, kurze Hosen spielen dem Vernehmen nach wieder eine Rolle in Sachen Outfit. „Und Brillen haben wir gebastelt“, verrät die Ergotherapeutin in spe, die gerade dabei ist, ihr erstes Ausbildungsjahr abzuschließen.

„Leimbacher Kirmes wird international“

Ihr Stiefpapa Thomas Brenn sei „ein paar Jahre“ Platzmeister der Leimbacher Kirmes gewesen und Mama Bianka Schmidt war wohl eher „im Hintergrund“ der Kirmes aktiv, aber auch schon mal „Showtänzerin“ wie Lilli Marlen Schmidt, erzählt das Nachwuchsshowgirl. Das diesjährige Tanzthema ihrer Gruppe (sieben Mädchen und Frauen sowie sieben Jungs und Männer im Alter von 16 Jahren bis Mitte 30), die ein bis zwei Mal pro Woche seit 13. April trainiere, ist wohl am besten mit der Überschrift „Leimbacher Kirmes wird international“ umschrieben, ohne zu viel zu verraten. Wichtig ist Lilli Marlen, wie allen Beteiligten, dass auch die Kirmes 2026 in dem Vorort von Bad Salzungen nur in Gemeinschaft, in der jeder mit anpackt, realisierbar ist. Aktuell würden natürlich die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen und so zum Beispiel gerade die entsprechenden Plakate entworfen und Getränke bestellt. Auch der Karnevalsverein aus Wildprechtroda würde unterstützen. Im Gegenzug greife man den Vereinsmitgliedern des Bad Salzunger Ortsteils entsprechend unter die Arme. Lilli Marlen wirke dort auch mit. Sei sie doch schon im Kindergartenalter in einem Karnevalsverein aktiv gewesen und habe so frühzeitig das gesellschaftliche Engagement auf diese Weise in Südthüringen kennengelernt.

Ihr Freund, Berufskraftfahrer Alexander Klinzing, ist Lilli Marlen zufolge schon von Kindesbeinen im Leimbacher Vereinsleben aktiv. Die Kirmes 2026 wird dann wohl ihre dritte gemeinsame. Entstehen doch nicht selten während der Ausgestaltung eines der Jahreshöhepunkte in den Südthüringer Dörfern Freundschaften fürs Leben oder es werden zwischenmenschliche Verbindungen geknüpft, die gegebenenfalls sogar zur Gründung einer Familie führen. Apropos: „Auch wegen der Familie“, sagt Lilli Marlen, wolle sie in Südthüringen bleiben. Ihrer zehn Jahre jüngere Halbschwester wegen zum Beispiel. „Mein Freund und ich sind auch eng“, sagt sie. Während ihrer Ausbildung und vielleicht noch einige Zeit danach werde sie wohl „zu Hause wohnen“. Sie absolviere eine schulische Ausbildung, bei der sie „kein Geld“ erhalte. Insofern wisse sie die Unterstützung ihres Freundes und ihrer Familie im Lebensalltag bis zum Berufsabschluss mit Auto, Freizeit und Co. ohnehin zu schätzen.