Kirchenkreis zu Gast in Frankenheim Ehrenamt ist das Salz in der Suppe

Julia Otto
Superintendent Christoph Ernst dankte den Ehrenamtlichen für ihr unver­zicht­ba­res Enga­ge­ment – symbolisch mit einem Salzstreuer. Foto:  

Wenn Pfarrer, Gemeindepädagoginnen, Kantoren und der Superintendent aus dem Kirchenkreis Ehrenamtliche einladen, sich eine Schürze umbinden und alle höchstselbst bewirten, dann ist das ein besonderer Tag: der Ehrenamts-Tag „Du bist wertvoll“. Der Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach feierte ihn in Frankenheim.

Mit rund 280 Gästen feierte der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach zum ersten Mal einen Ehrenamtstag. Unter dem Motto „Du bist wertvoll“ hatte er alle Ehrenamtlichen zu einem Abend mit vielen kleinen Überraschungen in die dafür bestens geeignete Hochrhönhalle Frankenheim eingeladen. 22 hauptamtliche Pfarrer, Gemeindepädagoginnen, Kantoren und der Superintendent aus dem Kirchenkreis ließen es sich nicht nehmen, ihre Ehrenamtlichen an diesem Tag selbst zu bewirten. Passend dazu trugen sie blaue Schürzen mit einem goldenen Aufdruck „Du bist wertvoll“. Bereits bei der Ankunft waren viele Gäste ganz angetan von dem stimmungsvollen und in Licht getauchten Ambiente in der Hochrhönhalle: „Es ist alles so liebevoll hergerichtet, mit vielen tollen Details“, sagte etwa Dorothe Börnicke (Dorndorf) ganz begeistert.

Ein Jahr Vorbereitung

In einem Jahr Vorbereitung hatte das Organisationsteam ein abwechslungsreiches und buntes Programm auf die Beine gestellt. Musikalisch eröffnet wurde der Ehrenamtstag von Sängerin Julia Sell (Unteralba). Mit eigenkomponierten Songs, die vom Leben, der Liebe, Chancen und Erfahrungen handeln, nahm die einfühlsame Sängerin die Gäste mit auf eine Reise durch ihre eigene Gefühlswelt.

Der neugewählte Superintendent des Kirchenkreises, Christoph Ernst (Bad Salzungen) zeigte sich in seinem Grußwort sehr erfreut über die Vielzahl der Ehren- und Hauptamtlichen, die sich „für ihre Kirche, ihre Gemeinde, für ihren Glauben engagieren“. Er ermutigte die Ehrenamtlichen: „Sprechen Sie mich gern an, kommen Sie auf mich zu, ich möchte heute mit so vielen von Ihnen sprechen und Sie kennenlernen!“

Im Anschluss stimmte Kreiskantor Hartmut Meinhardt (Bad Salzungen) die Gäste auf einen Kanon zur Jahreslosung ein. Der christliche Illusionist Mr. Joy (Karsten Strohhäcker) zog zwischendurch immer wieder die Ehrenamtlichen mit einer faszinierenden Mischung aus Jonglage, Illusion, Lichtshow, Artistik, Musik und nachdenkenswerten Botschaften in seinen Bann.

Im Anschluss sorgte Sängerin Janine Sauer (Steinbach) mit ihrer verträumten Soul-Stimme für Gänsehautmomente. Kulinarisch konnten sich die Ehrenamtlichen an zwei reichhaltigen Buffetstationen von Cateringteam Gasthaus „Zur Klause“ verköstigen lassen.

Ohne Salz ist es fade und langweilig

Im zweiten Teil des Abends dankte Superintendent Christoph Ernst in seiner Ansprache allen Ehrenamtlichen für deren unverzichtbares Engagement und hielt eine Ansprache zum Bibelwort „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13-16). In diesem Rahmen wurden die Ehrenamtlichen aus den Kirchgemeinden gewürdigt und erhielten einen kleinen Dank in Form eines Salzstreuers mit dem Aufdruck „Du bist wertvoll“. Denn: Ohne Salz schmeckt vieles fade und langweilig. Schon eine kleine Prise Salz macht das Essen um einiges schmackhafter. Viele Menschen engagieren sich auf verschiedenste Art und Weise im Kirchenkreis – sie sind „das Salz“. Ein Mensch unter vielen, so wie ein Salzkorn, nicht zu verachten und unglaublich wertvoll.

Zum Abschied verzauberte noch einmal Mr. Joy die Gäste mit einer Lichtjonglage mit LED-Stäben, aus deren Bahnen ein abschließender Segen aus der Dunkelheit erwuchs. Präses Hans-Martin Gerhardt (Vacha) bedankte sich zum Abschied bei allen Helfern, die diesen besonderen Tag ermöglicht haben. Im Anschluss hatte jeder Gast die Möglichkeit, sich persönlich an vier verschiedenen Stationen segnen zu lassen.

Begeisterung an diesem Tag war von vielen Seiten zu hören: „Es ist eine ganz tolle Art der Wertschätzung.“ Auch der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates aus Kaltensundheim, Markus Gräf, zeigte sich rundum zufrieden: „Mir hat besonders die Abwechslung gefallen, es war ein richtig unterhaltsamer Abend.“

Verleihung des Sauerteigpreises

Verliehen wurde auch der diesjährige Sauerteigpreis. Ausgelobt vom Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach, werden mit diesem seit 2014 jedes Jahr herausragende Projekte der Kirchgemeinden ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden drei Gewinner mit einer finanziellen Unterstützung aus dem Strukturfonds bedacht. Pfarrer Alfred Spekker präsentierte die vier Projekte, die sich in diesem Jahr beworben hatten.

Auf dem dritten Platz mit einem Preisgeld von 1000 Euro wurden die Kirchgemeinden Dermbach und Empfertshausen für das Projekt „Trommelreise“ ausgezeichnet. Trotz der Pandemie hatten sie es geschafft, sechs Freizeiten mit rund 120 Kindern aus der Umgebung von Dermbach und Empfertshausen zu veranstalten. Unter Leitung von Gemeindepädagogin Ellen Schmuck lernten die Kinder die afrikanische Geschichte „Awiabonippa“ (Die Sonne scheint für alle) kennen. Mit großer Begeisterung übten die Kinder im Schullandheim in Fischbach Trommelrhythmen zu spielen und sangen dazu. Für den großen Auftritt in den Familiengottesdiensten gestalteten die Kinder Kulissen, um die Geschichte „Awiabonippa“ zu illustrieren.

Den zweiten Platz durfte die Kirchgemeinde Neidhartshausen mit dem Projekt „Offene Kirche“ mit einem Preisgeld von 2000 Euro entgegennehmen. Die Kirchgemeinde hatte während der Pandemie an den Sonntagen nach dem Weihnachtsfest bis Lichtmess, zum Weltgebetstag, in der Passionszeit und zu Ostern die St. Michael-Kirche zum Wohlfühlort mit immer neuen Überraschungen eingeladen. Dem Tag entsprechend wurde die Kirche von den Ehrenamtlichen aufwendig geschmückt. Somit hatte es die Kirchgemeinde geschafft, auch während der Pandemie den Kontakt zu der Gemeinde mit kleinen Aktionen aufrecht zu halten.

„Wundertüte“ hat gewonnen

Über den ersten Platz freute sich der Pfarrbereich Roßdorf-Wernshausen mit seinem erlebnispädagogischen Verkündigungsprojekt „Pfingst(Wundertüte) – entdecke, was drin ist“. Die Kirchgemeinden wurden mit einem Preisgeld von 3000 Euro belohnt. Jeder Mitfeiernder hatte im Eröffnungsgottesdienst am Pfingstsonntag eine Pfingst-Wundertüte erhalten, in der eine Überraschung aus allen fünf Kirchen zu finden war. Diese sollten Neugier wecken, dem Geheimnis des Pfingstfestes – vor Ort in den Kirchen des Pfarramts Roßdorf-Wernshausen – auf die Spur zu kommen. Jede der Kirchen war thematisch mit Pfingstsymbolen aufwendig geschmückt und in den Kirchen erwarteten die Besucher kleine Aktionen rund um das Pfingstfest. Vom 28. bis 30. Mai 2021 konnte man so in der Laurentiuskirche in Eckardts, in der evangelischen Kirche in Helmers, in der Christuskirche in Rosa, in der Trinitatiskirche in Roßdorf und in der St. Lukas-Kirche in Wernshausen verschiedene Pfingstwunder entdecken.

 

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