Matthias Tügend zeigte sich in seinem Grußwort sehr erfreut über die doch schnelle Entwicklung. Der Wechsel, der zum 1. Januar 2027 wirksam werden soll – vorbehaltlich entsprechender Beschlüsse der beiden Landessynoden –, sei in der Kirchengemeinde mit seinen rund 600 Mitgliedern ohne größere Diskussionen aufgenommen worden. Die enge Zusammenarbeit im Haseltal sowie die geografische Nähe zu Steinbach-Hallenberg und Schmalkalden spielten dabei eine wichtige Rolle. So wurde es Anfang dieses Jahres auch vom Rat der kurhessischen Landeskirche gesehen, der laut Protokoll „den Wunsch aus Viernau nachvollziehen und sich einen Wechsel zum 1. Januar 2027 vorstellen kann“. Die Landessynoden entscheiden im April des Jahres.
Zugleich berichtete Tügend von einer positiven Entwicklung innerhalb der Gemeinde: Der Gemeindekirchenrat habe sich nach den Wahlen deutlich verjüngt, das Durchschnittsalter liege bei 41 Jahren. Rund 40 Prozent der Gemeindemitglieder hätten sich an den letzten Wahlen beteiligt. Besonders bemerkenswert sei auch die Beteiligung einer Jugendvertreterin.
Nach schwierigen Jahren, insbesondere nach dem Tod von Pfarrerin Silke Sauer vor zwei Jahren, habe sich die Gemeinde stabilisiert und neue Angebote etabliert – etwa einen gut besuchten Abendmahlsgottesdienst am Samstagabend. Die Vorfreude auf den geplanten Neuanfang im Kirchenkreis Schmalkalden sei daher groß.
Kirchenkreis Schmalkalden: Mutige Schritte in die Zukunft
Insgesamt wurde auf der Kreissynode deutlich: Der Kirchenkreis Schmalkalden steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Sinkende Mitgliederzahlen und gesellschaftliche Umbrüche erfordern neue Antworten. Mit Projekten wie der „Mitmachkirche“, klaren strukturellen Entscheidungen und einer offenen Haltung gegenüber neuen Entwicklungen setzt der Kirchenkreis bewusst auf Zukunft – getragen von Engagement, Mut und dem Willen zur Gestaltung.
Pröpstin Sabine Kropf-Brandau verglich die erste Zusammenkunft der neuen Synode mit einem „ersten Schultag“ – geprägt von Spannung, Neugier und der Chance auf einen Neuanfang. Sie betonte, dass gerade jetzt viele Menschen nach Orientierung suchten. Daraus erwachse eine besondere Verantwortung für die Synodalen, aber auch eine große Chance, Kirche aktiv mitzugestalten.
In ihren Worten wurde deutlich: Veränderung sei zwar kein leichtes Thema, aber unausweichlich. Projekte wie die „Mitmachkirche“ stünden exemplarisch für diesen Wandel – sie seien mutige Schritte, die Hoffnung geben könnten. Die Pröpstin ermutigte die Mitglieder der Synode, diesen Weg entschlossen zu gehen: Mut und Stärke seien heute mehr denn je gefragt.
Auch die weiteren Grußredner schlugen in eine ähnliche Kerbe. Markus Böttcher, Bürgermeister von Steinbach-Hallenberg, dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement und hob hervor, wie wichtig Gestaltungswille und Zuversicht gerade in unsicheren Zeiten seien.
Ein gutes Gelingen wünschte ebenfalls der neu gewählte Vorsitzende der Kirchenkreissynode Fulda, Andreas Maraun, der auch Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist.
Kreissynode
Aufgaben
Die Kreissynode ist das oberste Leitungsorgan des evangelischen Kirchenkreises Schmalkalden und fördert die Zusammenarbeit der Gemeinden. Sie beschließt den Haushalts- und Stellenplan, legt inhaltliche Schwerpunkte fest und vertritt den Kirchenkreis. Sie tagt in der Regel mindestens zweimal jährlich.