Ob Gerlach bereits in der Johanniskirche versah, die bis zu einem vernichtenden Stadtbrand auf dem Markt stand, wirkte, bleibt unklar. Neben dem Ort Röthen erschien 1317 im Urbar, einer Art Besitzverzeichnis, auch eine Siedlung Alt-Röthen, die im Bereich des heutigen Stadtparks zu lokalisieren wäre. 1528/29, während der ersten evangelischen Kirchenvisitation, bestand neben der Stadtkirche St. Johannis auch eine Kirche St. Laurentius in diesem, wohl während des 14. Jahrhunderts aufgegebenen Dorf. Der Flurname „Alte Kirche“, der noch im 19. Jahrhundert belegbar war, deutet auf diese Kirche hin. 1529 wurde diese nicht mehr benötigte Kirche abgebrochen. Eine Informationstafel im Stadtpark erinnert an die Lage dieser Kirche. Das Patrozinium Laurentius war unter den sächsischen Kaisern im 10. und 11. Jahrhundert beliebt und könnte auf eine Errichtung der Kirche während des hochmittelalterlichen Landesausbaues zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert hindeuten. Allerdings könnte der Pfarrer Gerlach auch bereits in der Johanniskirche unterhalb der Burg Sonneberg tätig gewesen sein. Der Begriff Plebanus wurde in den zeitgenössischen Quellen ambivalent verwendet, im 13. Jahrhundert waren die Plebani allerdings bereits die Inhaber pfarrlicher Rechte. Plebes meint hier Pfarrkirche oder Pfründe. In jedem Fall muss für das Jahr 1225 bereits eine Pfarrstelle in Röthen/Sonneberg bestanden haben. 1279 wurde abermals ein Pfarrer aus diesem Ort erwähnt. Dieser Pfarrer Berthold bezeugte damals eine fromme Stiftung für Kloster Langheim. Zu diesem Kloster unterhielten die Herren von Sonneberg seit Anfang des 13. Jahrhunderts enge Beziehungen. Zwar gründete Heinrichs gleichnamiger Sohn 1260 selbst ein Hauskloster (Sonnefeld) aber die enge Beziehung blieb auch später erhalten. Möglicherweise ist das auch der Grund, weshalb am Ende des Mittelalters der Abt des Klosters Langheim die Patronatsrechte über die Kirchen in Sonneberg, Oberlind und Neustadt bei Coburg verfügte. Allerdings verlor das Kloster seine Ansprüche nach 1529.