Kirche an Heiligabend Vielleicht alleine, aber niemals einsam

Von Cindy Heinkel, , Sibylle Lottes und Moritz Bauer

Weihnachten, dennoch – lautete die Einladung. Wer dabei trotz Corona an Heiligabend nicht auf den Kirchgang verzichten mochte, hatte auch 2020 dazu Gelegenheit. In vielen Gotteshäusern standen die Pforten offen, um das Fest zu Christi Geburt nicht ganz dem Virus zum Opfer fallen zu lassen.

Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg/Schalkau/Judenbach/Mupperg - Trotz vieler Gottesdienst-Absagen im Hinterland hatte sich der Gemeindekirchenrat in Mengersgereuth-Hämmern entschieden, den Heiligabend in der Erlöserkirche zu begehen. Knapp 40 angemeldete Besucher erlebten Gebet, Weihnachtsgeschichte und Fürbitte mit Pfarrer Bernd Gaus in einer festlich geschmückten Kirche. „Weihnachten ist es wieder einmal geworden.“ Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. In diesem Jahr gingen viele Menschen mit beklommenem Herzen in die Feiertage, merkte Pfarrer Gaus mit Blick auf die Verunsicherung der letzten Wochen und Monate an. Doch das Licht von Jesu Geburt und die Lichter von Adventskranz und Weihnachtsbaum könnten Hoffnung geben, ermunterte er.

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Katrin Krenz und Thomas Kappler begleiteten den Heiligabend in der Erlöserkirche musikalisch und gaben ihm mit ihrem Gesang von „Herbei, oh Ihr Gläubigen“ bis zu „Stille Nacht“ einen festlichen Rahmen.

„Alle Jahre wieder“, zitierte Pfarrer Andreas Orendt das bekannte Weihnachtslied. Aber dieses Jahr sei es anders. Noch nie zuvor sei nach einem Jahr Corona-Krise die Weihnachtszeit so mit Hoffnungen aufgeladen gewesen. In Schalkau hatte man sich für ein Krippenspiel unter freiem Himmel entschieden. Gemeinsam mit Annette Dünninger und Susanne Raßbach las Orendt die Weihnachtsgeschichte, der die Gäste vor der angestrahlten Stadtkirche lauschten. Die Dunkelheit hatte sich bereits auf den Marktplatz gelegt, während das Licht der Krippe in die Welt strahlte. „Sein Licht leuchtet in unsere Dunkelheit hinein“, sagte Orendt.

„Weihnachten wird dieses Jahr ganz anders.“ Die mit dem Satz einhergehende Herausforderung scheuten auch die Sonneberger nicht. Während einige Gemeinden den Gottesdienst in den virtuellen Raum verlegt hatten, setzte manche Kirchengemeinde in der Spielzeugstadt auf gleich mehrere Veranstaltungen in kleinerer Form, so in der Stadtkirche St. Peter und im Stadtteilzentrum „Wolke 14“.

Mehrere Andachten boten im Wolkenrasen-Stadtteilzentrum Gelegenheit, der Weihnachtsbotschaft, vorgetragen von Andrea Ludwig, zu lauschen. „Campen mit Jesus“ oder „Jesus als Dauercamper“ in der Nachbarschaft. Warum nicht? Pfarrer Johannes Heinrich fand einen – gar nicht so ungewöhnlichen – Zugang zur Menschwerdung Gottes. Die Anwesenheit Jesus Christus könne Menschen verändern. Wer ihn einlasse, der mag vielleicht alleine sein, aber niemals einsam, denn er sei gewiss, von Gott geliebt zu werden.

Wie andernorts so war auch in Judenbach die Sankt Nikolaus-Kirche zum stillen Gebet geöffnet. Vor der Kirche bot das Bläser-Trio der Familie Fritz einige Weihnachtstitel dar und verhalf dabei der sonst so an Heiligabend gewohnten Atmosphäre zu ihrem Recht. Im Inneren der Kirche bekam man den vom Gemeindekirchenrat geschmückten Christbaum zu sehen. Vor der Kirche nutzten derweil viele Besucher die Möglichkeit, Kerzen im Gedenken an den verstorbenen Pfarrer Thomas Freytag zu entzünden.

Im Andenken an Freytag stimmte auch Thomas Rau ein Lied an. In Mupperg begrüßte der Superintendent um 23 Uhr eine Handvoll Besucher zur Predigt, dazu als Überraschungsgäste Bojana Blohmann und Lilly Taubmann, beide sangen zusammen mit Rau den Titel „Weihnachten bin ich zuhaus“.

Bereits um 15 Uhr war zuvor in Mupperg Gelegenheit zum Online-Gottesdienst. Dieser kann unter https://youtu.be/IW-kluTvrO4 abgerufen werden und zeigt das Krippenspiel, das die Konfirmanden mit Gemeindepädagogin Jeannette Rockstroh einstudiert haben.

Weiterhin ist Walter Friedrich an der Orgel zu hören sowie Pfarrer Armin Kordak mit einer Lesung zur Weihnacht.