Fiese Verbrecher, lüsterne Polizeichefs
Die Verbrecher sind fiese Gestalten, die aus niederen Beweggründen morden, stehlen und betrügen. Die Chefs von Scotland Yard (unnachahmlich gespielt von Siegfried Schürenberg und Hubert von Meyerinck) sind lüsterne, ältere Herren, die an ihren wohlgeformten Sekretärinnen mehr interessiert sind an ihrer Arbeit.
Die Ermittler (Joachim Fuchsberger, Heinz Drache, Siegfried Lowitz, Harald Leipnitz oder Klausjürgen Wussow) agieren besonnen und überlegt. Die weiblichen Hauptrollen sind mit attraktiven Schauspielerinnen besetzt (Karin Dor, Karin Baal, Brigitte Grothum, Grit Boettcher).
Auch in den zwielichtigen und komischen Rollen sind alte Bekannte der 60er-Jahre-Filme zu sehen: Klaus Kinsiki (grandios) als Kleinganove, der spielt als wäre er auf einem Endlos-Drogentrip; Eddi Arent als Butler oder Kriminalassistent, der tollpatschig und sprücheklopfend durch die Szenerie stolpert. Große Mimen wie Gert Fröbe, Elisabeth Flickenschildt und Lil Dagover treten in Gastrollen auf.
Schlösser sind fast immer dabei
Die Filme spielen wie die Romane fast immer in London und Umgebung. Straßen in Hamburg und Berlin sowie deutsche Schlösser dienten als Drehort. Die Filmtitel geben einen ersten Hinweis auf den Hauptverbrecher („Der unheimliche Mönch“, 1965; „Im Banne des Unheimlichen“, 1968) oder das Mordwerkzeug („Das indische Tuch“, 1963; „Der Hund von Blackwood Castle“, 1968; „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“, 1972).
Mode und Filmmusik sind ein Spiegelbild ihrer Zeit: Miniröcke, nackte Busen, reißerische Soundtracks, Marylin-Monroe-Chick, Turmfrisuren, Schlaghosen, Koteletten und breite, scheußlich gemusterte Krawatten. Kurz gesagt: Edgar-Wallace-Filme sind einfach klasse.