Kinderfest auf der Bertholdsburg Goldwäsche in der Steinzeit

Karin Schlütter

Steine stehen im Mittelpunkt des Kinderfestes auf Schloss Bertholdsburg. Und das lockt am Sonntag mehr als 300 kleine und große Besucher nach Schleusingen (Landkreis Hildburghausen).

Matti (3) ist eifrig dabei unter Anleitung von Museumschef Ralf Wernerburg Knochen auszugraben, während sein Bruder Janne (6) nebenan im Mikroskop seinen Fund unter die Lupe nimmt. Er hat einen Donnerkeil aus der Kreidezeit gefunden. „Er ist etwa 70 Millionen Jahre alt“, erklärt Geologe Frank Scholze. Den Donnerkeil samt Diplom als Hobby-Archäologe darf Janne mit nach Hause nehmen. Die beiden jungen „Urzeit-Forscher“ lassen sich bei ihren Aktionen nicht stören. Sie sind mit ihrer Mama aus Zella-Mehlis gekommen.

„Als zur Wahl stand: Schwimmbad oder Kinderfest, haben sie sich eindeutig für Schleusingen entschieden“, verrät sie. Und so nehmen die Zella-Mehliser samt Opa aus Schleusingen die Angebote gerne wahr. Im Schlosshof gibt es viele schattige Plätzchen an diesem heißem Juni-Tag. Und so steht einem spannenden Erlebnisnachmittag, bei dem sich – passend zur aktuellen Sonderausstellung „Schneekopfkugeln“ – sehr vieles um Steine aller Art dreht, nichts im Wege. Für kühle Getränke und Bratwürste sorgt André Lautensack mit seinem Team, für Kaffee und Kuchen der Schleusinger Carneval Club. Wer‘s kühl mag, geht zum Eiswagen vor dem Schlosshof.

Unter Regie von Rita Happ haben die Mitarbeiter des Museums mit Helfern aus dem Freundeskreis den Tag vorbereitet und wieder viel aufgeboten, um für alle Altersklassen etwas anzubieten. Karla und Lara, acht und zehn Jahre jung, sind aus Eisfeld gekommen und ihre Mama lobt, dass es hier „so viele schöne Sachen gibt.“

Steine mit Acrylfarben zu bemalen, oder Bilder aus winzigen Edelsteinen mit anderen Naturmaterialien zu gestalten, das macht nicht nur den Mädchen Spaß. Frieda (7) und Franz (3) aus Schleusingen formen aus Salzteig (Luft trocknend) allerlei Anhänger, später werden sie diese bemalen und auf eine Lederschnur fädeln. Sie sind mit ihrem Papa Peter unterwegs und wollen alle Stationen durchlaufen.

Aber das wird eng, denn beim Basteln der Edelsteinbäumchen braucht es seine Zeit, auch wenn Ralf Schmidt, der Vorsitzende des Museumsfreundeskreises, und Präparator Georg Sommer dabei helfen. Carl und seine Schwester Alina aus Suhl sind eifrig dabei Steine zu bemalen. Und der sechsjährige Carl gibt seinem Steinboot auch noch den passenden Rahmen und zaubert auf Tonkarton einen See mit Glitzerhimmel. Der Kreativität sind eben auch hier keine Grenzen gesetzt. Zwischendurch können sich die Mädchen und Jungen bei einer richtig tollen Disco austoben und dabei zu lustigen Songs tanzen und bei kleinen Spielen dank Sponsoren Preise gewinnen.

Fast den ganzen Nachmittag ist Janis Wittowski, der stellvertretende Museumsleiter, mit Familien unterwegs auf Steinzeit-Reise um die Bertholdsburg. Und selbst Schleusinger, die mit dem Schloss groß geworden sind, erfahren noch Neues. Die Kanonenkugel, die in der Schlossmauer steckt, ist dort nicht etwa hängen geblieben. Sie ist nach dem Dreißigjährigen Krieg eingemauert worden sozusagen als Mahnmal, dass solch schrecklicher Krieg, der Tote, Hunger und Elend mit sich brachte, nicht wieder sein darf, erklärt der Historiker den aufmerksamen Steinzeit-Reisenden.

Das Mittelalter kommt noch

Viele Besucher haben sich auch die Museumskarte gekauft und sind zwischendurch dem Gewusel im Schlosshof entflohen, um sich die Ausstellungen anzusehen. Nach der Tour um das Schloss tut eine Erfrischung ganz gut. Die Schlossverwalterin hat eigens die Beregnungsanlage angestellt. Im Schatten der Pergola vor dem Brunnenhaus erzählt und liest Eve Baddack-Geisenhöhner Dino-Geschichten. Schminken gehört natürlich auch zu den Angeboten, wie ein kleiner Spiderman beweist. Und wer ein Foto von sich mitnehmen möchte, kann das bei Stefan Erdmanns Foto-Station bekommen.

Mittlerweile hat Milo (11) sein Tic-tac-toe-Spiel im Jute-Beutelchen für unterwegs fertig und will auch gleich ne Runde spielen, während sein kleiner Bruder Felix stolz das Zertifikat von der Goldwaschanlage am Slusia Creek in Empfang nimmt. An der Waschanlage ist auch der neue Pädagoge des gerade gegründeten Museumsnetzwerkes Nils G. Damhuis im Einsatz. Als die Disco gegen 17 Uhr endet gehen viele glückliche Kinder nach Hause. In gut fünf Wochen schon erwartet die Bertholdsburg schon wieder viele Besucher zum historischen Museumsfest am 6. und 7. August. Dann heißt es „Auf zum Mittelalterspektakel“.

 

Bilder