Kinderbetreuung Kritik an Kita-Zeiten im Ausschuss

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Die aktuell verkürzten Öffnungszeiten in Kindergärten sorgten für Diskussionen im Jugendhilfeausschuss des Kreistages.

Ilmenau - Die aktuell verkürzten Öffnungszeiten in Kindergärten sorgten kürzlich auch für Diskussionen im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. „Man muss den Eltern die Chance geben, ihre Kinder bedarfsgerecht betreuen zu lassen“, sagte dort Stefan Rienecker (SPD) und nannte das Beispiel einer in Vollzeit arbeitenden, alleinerziehenden Mutter, die womöglich noch einen weiteren Fahrtweg zu ihrer Arbeitsstelle hat und so mit der angebotenen Betreuungszeiten nicht hinkomme. Auch während der Phase grün hätten Einrichtungen ihre Öffnungszeiten reduziert. Rienecker bat das Jugendamt deshalb um eine Aufstellung, wie die kommunalen und freien Träger ihre Betreuungszeiten gestalten und wollte wissen, welche Möglichkeiten der Einflussnahme das Landratsamt habe.

Drei Fachberater betreuen die 62 Einrichtungen im Ilm-Kreis inhaltlich, erklärte Jugendamtsleiter Jens Jödicke. Bei der Gestaltung der Öffnungszeiten hätten jedoch die Träger weitgehend freie Hand, müssten sich allerdings aber nach der Landesverordnung richten. Empfohlen werde darin eine Betreuungszeit von acht Stunden, es sei aber auch möglich, die Öffnungszeiten auf sechs Stunden zu reduzieren. „Es gibt keinen Königsweg. Die Bedingungen sind in jeder Kindertagesstätte anders“, erklärte Jens Jödicke und verwies darauf, dass die aktuelle Situation für die Träger nicht einfach ist. So falle zum Beispiel Personal als Risikogruppe oder wegen eigener Kinderbetreuung aus.

Die aktuell gültige Verordnung sieht vor, dass es keine Früh- und keine Spätgruppen geben darf, bei denen üblicherweise eine gruppenübergreifende Betreuung stattfindet. Stattdessen soll es feste Gruppen mit fest zugeordnetem Personal geben. Schon diese Regelung binde Kapazitäten in den Kindergärten, erklärte Jödicke. Seiner Meinung nach tun die Träger in der aktuellen Situation, was sie können. In einem Fall seien sogar noch zusätzliche Räume gesucht worden, um die Verordnung umsetzen zu können. Grundsätzlich hätten die Träger die Möglichkeit, Personaldefizite über eine geringere Öffnungszeit auszugleichen. Hinzu komme der Mehraufwand für Hygienemaßnahmen.

Für die geöffneten Einrichtungen im Ilm-Kreis gilt aktuell Stufe Gelb und damit der eingeschränkten Regelbetrieb mit erhöhtem Infektionsschutz. Stefan Rienecker kritisierte allerdings, dass einige Träger auch im Sommer und Frühherbst des vergangenen Jahres die Phase Grün genutzt hätten, um ihre „vertraglich geschuldeten Öffnungszeiten zum Teil deutlich“ zurückzufahren. br

 

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