Kinder- und Jugendschutzzentrum Im neuen Domizil gut angekommen

Die neuen Büros sind gut ausgestattet. Foto: Heiko Matz

Das Kinder- und Jugendhilfezentrum im Wartburgkreis hat nach langer Suche ein neues Domizil in der Bad Salzunger Innenstadt bezogen.

Bad Salzungen - Fast 27 Jahre lang hatte das Kinder- und Jugendhilfezentrum unter Trägerschaft des Sozialwerks Meiningen seinen Sitz in der alten Schule in Kloster. Weil die Immobilie in die Jahre gekommen war und nur mit einer hohen Investition zu sanieren ist, hatte man sich schon seit einigen Jahren nach anderen Räumlichkeiten umgeschaut. Doch die Suche gestaltete sich schwierig, weil es in Bad Salzungen kaum freie Büroräume in der erforderlichen Größe gibt. Zudem sollten zwei oder mehr Wohnungen angeschlossen sein oder sich zumindest in unmittelbarer Nähe befinden. Diese Wohnungen werden für die direkte und intensive Familienbetreuung benötigt. In der alten Schule in Kloster hatte man zwei dieser Wohnungen im mittleren Geschoss.

Nach mehreren Anläufen und einigen Rückschlägen fand das Team um Leiterin Romy Schulz-König schließlich ein geeignetes Objekt. In der Immobilie der Heinrich-Eichhorn GmbH in der Rudolf-Breitscheid-Straße 14 wurde die mittlere Etage frei. Die Räume wurden nach den Wünschen und Bedürfnissen des Kinder- und Jugendhilfezentrums umgebaut und der Umzug zum 1. Juli vergangenen Jahres vorbereitet. Büro für Büro zog bei laufendem Betrieb in das neue Domizil um. „Inzwischen sind wir gut angekommen und fühlen uns wohl“, sagt Romy Schulz-König. Am Montag stand dann die Schlüsselübergabe der alten Immobilie an. „Das war schon emotional“, erklärt sie.

In dem mehrgeschossigen Haus in der Rudolf-Breitscheid-Straße, das mit seiner Nähe zum Bahnhof und Busbahnhof sehr gut angebunden ist, bieten sechs Büros, ein Therapieraum, ein großer Aufenthaltsraum unterm Dach, eine Küchenzeile sowie technische Räume Platz für die 17 Mitarbeiter und ihre Klienten. Von den Quadratmetern her hat man sich zwar verkleinert, „aber wir haben den Platz besser genutzt“, so die Leiterin. Auch zwei Wohnungen befinden sich auf der Etage. Die hier untergebrachten Familien werden intensiv begleitet. Die Mitarbeiter stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Etwa zwei Jahre werden Familien im Durchschnitt in dieser Form betreut. Gern hätte man weitere Wohnungen in unmittelbarer Nähe, um weitere Familien begleiten zu können. „Das ist unser Wunsch für dieses Jahr.“ Und natürlich wünscht man sich auch, wieder unter normalen Bedingungen arbeiten zu können. Die Corona-Pandemie bremst das Team oft aus. So konnten die beliebten Elternseminare seit zwei Jahren nicht mehr stattfinden. Auch bei der Betreuung der 56 Familien muss man sich immer etwas einfallen lassen. „Wir telefonieren viel und haben Beschäftigungspakete für die Kinder zusammengestellt“, berichtet Susanne Hartmann. Gruppenarbeit geht nur im kleinen Kreis. Bei Quarantänefällen übernimmt man manchmal auch die Einkäufe. Für viele Familien in kleinen Wohnungen mit mehreren Kindern sei diese Zeit die größte Herausforderung.

Zum Kinder- und Jugendschutzzentrum gehören die sozialpädagogische Familienhilfe, die ambulanten Hilfen zur Erziehung, der Kinder- und Jugendschutzdienst, das Sorgentelefon sowie das intensiv begleitete Familienwohnen.

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