Kinder- und Jugendschutzdienst Schul-Sorgen: „Kinder signalisieren, was sie brauchen“

Nicht alle Kinder freuen sich auf den Präsenzunterricht, es gibt auch Ausnahmen. Foto: dpa-tmn/Silvia Marks

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit auch die Zeugnisse. Noten sind trotzdem nicht das Hauptthema beim Kinder- und Jugendschutzdienst Bad Salzungen.

Suhl/Bad Salzungen - Da in Thüringen kein Kind sitzenbleiben darf, sei am Freitag kaum mit „bösen Überraschungen“ zu rechnen, sagt Kinder- und Jugendschutzdienstleiterin Sabine Wenzel. Durch Notenzettel sei dies auch in den Vorjahren nicht der Fall gewesen. Versetzung und Noten sind meist schon vor der Zeugnisausgabe bekannt. Dennoch sei das Telefon des Kinder- und Jugendschutzdienstes (KJsD) „Tabu“ im Wartburgkreis zu den Zeugnisvergaben ganztägig ohne Unterbrechungen zu erreichen, informiert Wenzel. Träger der Einrichtung ist die Sozialwerk Meiningen gGmbH.

Üblicherweise ist das Telefon des Kinder- und Jugendschutzdienstes und das Thüringer Kinder- und Jugendsorgentelefon von Montag bis Freitag von 6.00 Uhr bis 9.00 Uhr und von 15.00 bis 22.00 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800-008 008 0 aus Thüringen zu erreichen. Die Gespräche können anonym erfolgen.

Am Sorgentelefon wenden sich die Kinder und Jugendlichen an die Beratung, wenn es zu familiären Spannungen kommt, wie sie in der Homeschooling-Zeit häufig aufkamen, berichtet Wenzel.

Es hätten sich auch Kinder an sie gewandt, die Angst hatten, nach der langen Zeit im Homeschooling wieder in die Schule zu müssen. „Für manche ist es eine Herausforderung wieder mit der normalen Tagesstruktur umgehen zu müssen“, berichtet Wenzel. Einigen Kindern sei der Präsenzunterricht nach dem Lernen zu Hause plötzlich „zu viel und so laut“. Während des Wechselunterrichtes waren die Klassen geteilt. Für diejenigen, die schon zuvor mit „sozialen Ängstlichkeiten“ oder „Leistungsängsten“ zu kämpfen hatten, sei es eine Herausforderung, nun wieder vor der ganzen Klasse zu stehen. Das Lernen in kleineren Gruppen habe sich für die betroffenen Schüler als großer Vorteil erwiesen. „Die Kinder signalisieren uns, was sie brauchen“, sagt Wenzel. Zuvor fehlte dieser Vergleich. In die neue Eingewöhnungsphase jener Schüler fielen nun die Ferien, welche aber für die meisten Familien ein Segen seien, so Wenzel.

Die Beratungsstelle des KJsD Wartburgkreis in Bad Salzungen in der Eisenacher Straße 3 berate nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch Eltern und andere Vertrauenspersonen oder Angehörige, wie Paten, aber auch Multiplikatoren zum Beispiel Lehrer und Erzieher. „Wir gehen auch auf die Anfragen besorgter Nachbarn ein,“ sagt Wenzel. Problemfelder der KJsD-Beratungsstellen seien die Themen Gewalt und Mobbing. Die Kinder suchen ebenfalls Rat, wenn sich die Eltern trennen, so die Sozialpädagogin.

Kinder und Jugendliche haben auch die Möglichkeit eine kostenlose telefonische Beratung über die „Nummer gegen Kummer“ zu erhalten. Sie ist unter der 0800 - 111 0 333 zu erreichen – europaweit gibt es das Angebot auch als Child Helpline mit der 116 111 . Das Kinder- und Jugendtelefon des „Nummer gegen Kummer e. V.“ ist anonym und kostenlos in ganz Deutschland. Daneben ist auch eine anonyme und kostenlose Online Beratung per Mail (em@il-Beratung) oder per Chat für Kinder und Jugendlich möglich

Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“:

Telefonische Beratung, montags bis samstags 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr.

Live-Chat-Beratung mittwochs und donnerstags 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Jugendliche beraten Jugendliche: samstags 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Rufnummer 116 111.

 

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