Kieselbach Ein Dorf dreht einen Krippenspiel-Film

Mitwirkende des Kieselbacher Krippenspiel-Projekts. Foto: Kirchgemeinde Kieselbach

Ein Rhönkrippenspiel drehten die Kieselbacher als Film. Rund 70 Ehrenamtliche wirkten vor und hinter den Kulissen mit. Am 3. Advent ab 19 Uhr kann der Film online angeschaut werden – verbunden mit der Bitte um eine Spende für die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes.

„Eine gute Idee, helle Begeisterung und die Fähigkeit andere mitzureißen – diese drei Zutaten machen aus dem alle Jahre wiederkehrenden Krippenspiel ein Filmprojekt, das einen ganzen Ort begeistert“, beschreibt Pfarrerin Franziska Freiberg. So laden der ambulante Hospizdienst Bad Salzungen und die Kirchgemeinde Kieselbach am 3. Advent zu einem ganz besonderen Krippenspiel ein. Dieses ist nicht ortsgebunden, sondern kann im Internet gestreamt werden. Ab 19 ist der Film, an dem 70 Ehrenamtliche vor und hinter den Kulissen mitgewirkt haben, online unter www.kkbasa.de.

Neben den Kindern und Jugendlichen wirken auch tierische Schauspieler mit. So wandern die Könige mit ihren Lamas durchs Land, Maria und Josef sind mit Eseln unterwegs und die Hirten hüten eine echte Rhönschafherde. Viel Liebe wurde auch in die aufwendigen Szenenbilder gesteckt. In wochenlanger Arbeit ist so ein echtes Rhönkrippenspiel entstanden, dass – so der Wunsch der Initiatoren – die frohe Botschaft in die Häuser bringen soll. Mit dem Online-Krippenspiel ist ein Spendenaufruf für die Arbeit des ambulanten Hospizdienstes verbunden, so kann die Freude zurückkehren und Gutes tun. „Wir würden uns freuen, wenn Sie am 3. Advent um 19 Uhr einschalten und mit uns den Weg zur Krippe gehen. Und wer nicht online gehen will oder kann, der kann das Krippenspiel als DVD erhalten oder am 24. Dezember das ganze live in der Kirche Kieselbach erleben“, erklärt Franziska Freiberg.

Während der Corona-Pandemie und den Impulsen zu filmischen Verkündigungen (Online-Gottesdienste, Krippenspiel-Projekt Kirchenkreis, „Heilig Abend für alle“-Kinogottesdienst am 24. Dezember 2021) entstand in Kieselbach die Idee, ein Krippenspiel als Film abzudrehen. Die Organisatoren rund um die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Johanna Weymar hatten in den Vorjahren bereits gute Erfahrungen mit der Online-Version des „Kinder spielen für Kinder“-Konzertes des Hospizdienstes gemacht und wollten diese nun auch auf das Krippenspiel übertragen. Es war der Wunsch, einen möglichst realen Spielfilm zu drehen, der mit tollen Kulissen, echten Tieren und Naturszenen bestechen kann. Johanna Weymar suchte sich dafür bereits in der Osterzeit 22 Mitstreiter und plante das Projekt. Es mussten Texte geschrieben, Kostüme gesucht, Orte und Tiere gefunden werden und es war gar nicht so einfach, zu Ostern Menschen für Heilig Abend zu begeistern. Doch Johanna Weymar gelang dieses Unterfangen und der Funke sprang langsam auf das Team über. Im Sommer wurde dann die Planung konkret. Der Text wurde aus verschiedenen Krippenspielen zusammengestellt und einige Szenen selber verfasst. Drehorte und „Filmtiere“ wurden organisiert und kleine und große Schauspielerinnen und Schauspieler gesucht. Je konkreter das Projekt wurde, desto mehr Menschen ließen sich motivieren, sodass am Ende 72 Beteiligte zusammenkamen.

An mehreren Drehtagen wurde an unterschiedlichen Orten gefilmt. Ein Team kümmerte sich um die Versorgung der Schauspieler und die alten Scheunen und Höfe wurden von Männern und Frauen in wunderschöne Kulissen verwandelt. Ein besonderes Highlight für die Schauspieler, aber auch für die Zuschauer sind die zahlreichen Tiere, die Teil des Films sind. So sind Maria und Josef mit Eseln unterwegs, die Könige haben Alpakas als Lastentiere und die Hirten erleben das Erscheinen des Verkündigungsengels inmitten ihrer Schafe und Hütehunde. „Das Projekt hat in das Dorf ausgestrahlt und viel Interesse geweckt. Die Beteiligten hat es zusammengeschweißt und Freude über das, was möglich ist geweckt. Doch nicht nur das. Mit der Ausstrahlung des Films am 3. Advent ist ein Spendenaufruf für den ambulanten Hospizdienst verbunden und damit die Hoffnung mit dem eigenen Tun, etwas für andere zu bewirken“, beschreibt die Pfarrerin. Und mehr noch. Denn vor allem in Pflegeheimen ist die Trauer, am Heiligen Abend ohne Familie und lieb gewonnene Traditionen zu sein, groß. Mit der DVD, die an alle Pflegeheime des Kirchenkreises geht, komme so ein Stück der Tradition und der Weihnachtsfreude in die Häuser.

Der um sich greifenden Verzweiflung und Resignation müsse mit positivem Tun, mit Nächstenliebe und Freude begegnet werden. „Jetzt erst recht ist Zeit für das, was christliche Gemeinschaft ausmacht. Jetzt erst recht ist Zeit für andere ein Hoffnungslicht zu sein. Das Projekt ,Wir für andere-Ein Krippenspiel’ setzt in dieser Hinsicht ein Zeichen. Ganz greifbar wird dieses mit den Postkarten, die im Zuge des Projektes entstanden sind und die dazu einladen Weihnachtskarten mit Hoffnungswünschen in die Welt zu schicken“, so Franziska Freiberg.

Spendenkonto:

Sozialwerk des dfb Landesverband Thüringen e.V.; Verwendungszweck: Hospiz + Kinder spielen für Kinder (oder Benefizkonzert)

DE 69 8405 5050 0000 0559 13

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