In der katholischen Kirche gilt: Sex doesn't sell
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sagte der dpa, Papst Leo wisse, dass man beim Thema Homosexualität keinen weltweiten Konsens herstellen und deshalb als amtierender Papst nur verlieren könne. "Er möchte Ruhe an dieser Front und keine aus seiner Sicht kritikwürdigen Alleingänge wie eine Handreichung, die ihn wieder unter Druck der konservativen Kreise, vor allem aus Afrika, setzen könnten." In der Kirche gelte der Leitsatz: "Sex doesn't sell" (Sex verkauft sich nicht).
Was Rom vorschwebe, sei ein "Segen im Vorbeigehen, den keiner merkt und der nicht den Eindruck erweckt, als wäre er ein Segen". Das sei "völlig abgedreht", helfe keinem und stoße gleichgeschlechtlichen Paaren vor den Kopf, kritisierte Schüller. Das Problem mit den Deutschen sei allerdings, dass sie aus Sicht des Vatikans immer alles schriftlich fixieren und in Regeln gießen wollten. "Wir Deutsche stehen also immer unter Generalverdacht, vorbei an Rom auch normative Fakten zu setzen."