"Wir werden alles tun als katholische Bischöfe und als verfasste katholische Kirche in Deutschland, um die erstarkenden zentrifugalen Kräfte in der Gesellschaft zu stoppen", betonte er. "Wir brauchen eine neue Dynamik für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen die Stärkung der demokratisch-politischen Mitte."
Mit großer Sorgen sehe er vor diesem Hintergrund auch die zunehmende Schwäche der CDU, sagte Wilmer. Eine Stärke der Christdemokraten habe in ihrem Anliegen bestanden, "ökumenisch auf christlicher Grundlage eine freiheitliche soziale Ordnung zu gestalten, in der Platz ist für alle".
Kirche will Reformen begleiten
Mit Blick auf Reformen der Bundesregierung sagte Wilmer, er sei gegen ein "Politiker-Bashing" - nötig sei ein Vertrauen in gewählte Politiker. Die katholische Kirche werde diesen "heißen Herbst" eng begleiten und auf Menschen schauen, "denen es nicht so gut geht, die durch das Netz der sozialen Absicherung fallen", die lange gearbeitet hätten, deren Rente nicht reiche oder auf junge Familien und Allleinerziehende.