OpenAI widerspricht und betont, dass der Non-Profit-Kern weiterhin die Kontrolle habe. Ohne eine zusätzliche auf Gewinn ausgerichtete Firma wäre es unmöglich gewesen, die nötigen Milliarden-Investitionen zu heben, argumentiert OpenAI.
Frage des Vertrauens
Die Anwälte verbrachten einen großen Teil ihrer Zeit mit Versuchen, die Glaubwürdigkeit der Gegenseite zu untergraben. Eine richtig gute Figur machten dabei weder Musk noch Altman.
So löcherte Musks Anwalt den unter Eid stehenden Altman mit Fragen, ob dieser immer ehrlich mit seinen Geschäftspartnern gewesen sei und konfrontierte ihn mit Vorwürfen ehemaliger Weggefährten, laut denen er sie in die Irre geführt habe. Nach Altmans ausweichenden Antworten griff der Anwalt in seinem Schlussplädoyer vor den Geschworenen zu einem krassen Vergleich: Würden Sie über eine Holzbrücke über eine Schlucht gehen, wenn es hieße, dass sie gemäß "Sam Altmans Wahrheit" gebaut worden sei.
Als eine Art rauchenden Colt präsentierten Musks Anwälte einen Tagebuch-Eintrag von OpenAI-Manager Brockman, in dem dieser die Frage aufschrieb, wie er zu einem Vermögen von einer Milliarde Dollar kommen könne. Sie stellten es als Zeichen dafür dar, dass es Brockman nur darum gegangen sei, reich zu werden. Sein Anteil an OpenAI ist gemessen an der jüngsten Finanzierungsrunde der KI-Firma etwa 30 Milliarden Dollar wert. Musks Anwalt fragte Brockman wiederholt, warum er nicht 29 Milliarden Dollar an OpenAI zurückgegeben habe, wenn ihm eine Milliarde reiche.
OpenAI: Musk wollte die volle Kontrolle
OpenAI wiederum konterte, Musk habe sich 2017 unter Verweis auf seine Rolle als zentraler Geldgeber die alleinige Kontrolle über die gewinnorientierte Firma sichern wollen. Nachdem Altman und Brockman dies abgelehnt hätten, habe er versucht, OpenAI mit dem Entzug der Finanzierung unter Druck zu setzen, unterstellte ihm der Anwalt der Gegenseite bei der Befragung vor Gericht. Musk sagte dazu, er habe die Kontrolle schnell wieder abgeben wollen, wenn neue Investoren dazukommen wären. Laut OpenAI weigerte er sich jedoch, dies schriftlich festzuhalten. Auch schlug Musk vor, OpenAI an den von ihm geführten Autobauer Tesla anzudocken.