Steigende Fallzahlen
Die Zollfahndungsämter München und Hamburg hätten in der Vergangenheit beispielsweise mehr als 13 Tonnen potenzsteigernde Lebensmittel festgestellt. Die Arzneimitteluntersuchungsstelle am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchte seit 2023 einem Sprecher zufolge 56 Proben besagter Produkte, 49 enthielten potenzsteigernde Wirkstoffe. In den Vorjahren seien nur vereinzelt Analysen solcher Produkte erbeten worden.
Häufig fehlten Angaben zur Dosierung, sagt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, das in Baden-Württemberg landesweit für die Überprüfung der vom Zoll abgefangenen Produkte zuständig ist. „Damit ist die Einnahme auch mit einem erheblichen Risiko der Überdosierung verbunden.“ Nach 3 Überprüfungen honigartiger Pasten 2023 durch die Behörde waren es im vergangenen Jahr ihren Angaben nach schon 18.
Gefahr von Neben- und Wechselwirkungen
Es gehe um die Wirkstoffe Sildenafil und Tadalafil, die zur Behandlung von Erektionsstörungen bei Männern angewendet werden. Sie dürften aber nur nach Vorlage einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden.
Die Inhaltsstoffe seien bei den vorgelegten Produkten regelmäßig nicht angegeben, erklärte die Sprecherin. „Dem Verbraucher bleibt die Zusammensetzung verborgen und er kann daher nicht wissen, mit welchen Nebenwirkungen und Risiken die Einnahme des Produktes verbunden ist.“
Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen am Herz-Kreislauf-System drohten ernste Probleme, hieß es. Auch die Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln wie Nitraten und Ritonavir aus der Therapie von HIV-Infektionen und Aids sei wegen erheblicher Wechselwirkungen gefährlich.