Kameraden mit Herzblut Eine kleine Wehr mit großen Aufgaben

Engagierte Kameraden und eine gute Ausstattung für große Aufgaben sind das Potenzial der Freiwilligen Feuerwehr Oberhof. Stadtbrandmeister Daniel Fischer zog zur Jahreshauptversammlung Bilanz.

Ehrungen und Beförderungen gehörten zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oberhof dazu. Foto: /Michael Bauroth

Stolz, das war wohl das am meisten gebrauchte Wort in Daniel Fischers Rede zur jüngsten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oberhof am vergangenen Freitag im Gerätehaus. Und dazu gab es auch allen Grund beim Rückblick auf die vergangenen beiden Jahre. Im Vordergrund stand dabei die enorme Einsatzbereitschaft im Ehrenamt, die die Kameradinnen und Kameraden rund um die Uhr für Oberhof, seine Einwohner, Gäste und Sportler an den Tag legten. Allem voran stellte der Stadtbrandmeister dafür seinen Dank, „nur dadurch kann eine einsatzbereite Feuerwehr Bestand haben“, sagte er und wurde konkret.

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Insgesamt 91 Mal rückte sie im Jahr 2021 zu Bränden, technischen Hilfeleistungen, Verkehrsunfällen und sonstigen Ereignissen aus, um schnell und kompetent Hilfe zu leisten. Besonders im Gedächtnis sind den Kameraden dabei die mehrfachen Bauwagenbrände, der Unfall an der Rodelbahn mit Ammoniakaustritt, der Verkehrsunfall am Oberen Hof oder das Juni-Unwetter in Zella-Mehlis geblieben. Bei diesen 91 Einsätzen kamen insgesamt 472 Stunden zusammen, wobei durch die Kameraden sechs Personen gerettet wurden. Zwar schlug das Folgejahr mit vier Einsätzen weniger in der Bilanz zu Buche, nicht jedoch mit weniger Einsatzstunden. Im Gegenteil. Während die derzeit 22 aktiven Kameraden 2022 insgesamt 87 Mal ausrückten, leisteten sie 653 Stunden. Dazu zählte übrigens auch die im Juli des vergangenen Jahres im Biathlonstadion ausgetragene Großübung, bei der das Zusammenspiel von Behörden sowie den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst anhand einer schweren Explosionssimulation mit mehr als 50 Verletzten erfolgreich getestet wurde. Grundlage dafür war das Sicherheitskonzept für die zum damaligen Zeitpunkt noch anstehende Doppel-WM Biathlon und Rodeln Anfang 2023.

Nicht nur Einsätze gehören zum Alltag der Oberhofer Kameraden, führte Stadtbrandmeister Daniel Fischer weiter aus. Ebenso sind sie gefragt, wenn es in Zusammenarbeit mit Bauaufsicht und Brandschutz um Überprüfungen geht, wie Abnahmen von Festzelten und Bühnen für Veranstaltungen unterschiedlicher Art. Gefragt sind die Kameraden weiterhin bei Begehungen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes oder bei Fortbildungen, etwa von Hotelpersonal großer Häuser mit besonderem Augenmerk auf Personenrettung. Gleich mehrere Begehungen standen zum Kennenlernen des neuen Family Hotels an, das als weiteres Schwerpunktobjekt gilt. Weitere zu den insgesamt 15 sind die Skihalle und Rodelbahn. Auch hieß es, sich mit den um- und ausgebauten Sportstätten vertraut zu machen.

Ebenso gehört zu den Aufgaben der Kameraden aber auch die eigene Aus- und Fortbildung, die 2021 noch wegen der Pandemie nur eingeschränkt stattfand und 2022 wieder an Normalität gewann. Insgesamt acht verschiedene Funktionsträgerarten sind in der Oberhofer Feuerwehr vertreten: ein Leiter, zwei Zugführer, neun Maschinisten, zehn Truppführer, 20 Atemschutzgeräteträger, elf Truppmänner, zehn Motorkettensägeführer und sieben Gruppenführer.

Auch der Kinder- und Jugendarbeit wird große Beachtung geschenkt. Insgesamt 14 Mädchen und Jungen gehören aktuell zur Jugendfeuerwehr dazu. In den vergangenen 30 Jahren ihres Bestehens leitete sie Jörg Vorbach, der sich nun nicht mehr zur Wahl stellte. An seiner Stelle wird künftig sein bisheriger Stellvertreter Lars Opatz agieren. Mussten die Mädchen und Jungen 2021 ebenfalls auf gewohnte Aktivitäten verzichten, wurde die Arbeit hier im Vorjahr mit Pflanz-, Reinigungs-, Schnitzaktionen, Weihnachtsfeier und Zeltlager ebenfalls wieder aktiver. Hier und in der Einsatzabteilung, die einen Altersdurchschnitt von 35 Jahren hat und aus einem Prozent der Oberhofer Bevölkerung besteht, sind weitere Mitglieder stets gern gesehen. Nach den Ehrungen und Beförderungen galt Daniel Fischers Dank allen Kameraden und deren Familien. „Ohne sie geht es nicht.“

Das konnte Bürgermeister Thomas Schulz nur unterstreichen. Besonders die Tatsache, dass Oberhof eben kein Dorf mit 1600 Einwohnern ist, sondern Aufgaben zu bewältigen hat, die einer mittleren Kleinstadt entsprechen. „Und all das wird von einer Freiwilligen Feuerwehr, von Kameraden mit viel Herzblut, nicht von einer Berufsfeuerwehr geleistet“, sprach er seinen Dank und seine Hochachtung dafür aus, dass er Kameraden um sich weiß, die anpacken und auf die immer Verlass ist.