Beispiele dafür, welche Potenzen in der heimischen Wirtschaft stecken, sind von Vertretern der Rhönbrauerei Dittmar und der Agrarhöfe Kaltensundheim kürzlich bei einer Diskussionsrunde mit der Thüringer Ministerin Beate Meißner (CDU) geschildert worden. Aber auch, wie Vorschriften und Bürokratie Potenzen einbremsen oder einen unangemessen hohen Aufwand erfordern. So berichtete etwa Christel Reukauf von der Rhönbrauerei, dass der in der Bierproduktion anfallende Treber seit Jahrzehnten an die Landwirte als Viehfutter abgegeben wird – die Agrargenossenschaft Rhönperle nehme diesen ab. Damit aber sei die Brauerei nach der Wende plötzlich zum „Futtermittelherstellerbetrieb“ geworden – mit allem bürokratischen Drumherum, zwingenden Qualitätssiegel-Nachweisen und so weiter. Auch aus den Agrarhöfen Kaltensundheim gab es Dinge zu berichten, über die man den Kopf schütteln kann: So etwa, wenn es um die Nachweise bei der Tiergesundheit geht. Diese müssten aufwendig im Betrieb dokumentiert werden – und die involvierten Tierärzte täten das Gleiche noch mal doppelt, hieß es. Ähnlich verhält es sich laut den Agrarvertretern mit den so genannten Co2-Nachweisen, die überall abgefragt würden, sogar bei Banken.