Kaltensundheim Unvollständige Orgel im Mittelpunkt

„Barocke Klangwelten“ eröffnen sich am 4. Oktober um 17 Uhr bei einem Konzert in der Kirche Kaltensundheim. Was das mit einer unvollständigen Orgel zu tun hat.

Die Kaltensundheimer Orgel wurde 1743 vom Ostheimer Orgelbauer Döhring mit 17 Registern erbaut und im 19. Jahrhundert auf 21 Register erweitert. Seit 1994 wird die Orgel restauriert. Ein Register fehlt bis heute. Foto: Archiv/Iris Friedrich

An der Orgel der St.-Albanus-Kirche ist Kirchenmusikdirektor Sebastian Fuhrmann aus Meiningen zu hören. Auf dem Programm steht Orgelmusik aus Norddeutschland, Mitteldeutschland und Frankreich. Der Eintritt ist frei. Das Konzert dauert rund eine Stunde und wird ohne Pause gespielt. Das Instrument der Kirche wurde 1743 vom Ostheimer Orgelbauer Döhring mit 17 Registern erbaut und im 19. Jahrhundert auf 21 Register erweitert. Seit 1994 wird die Orgel restauriert. Ein Register fehlt bis heute: die Vox humana 8’, eine Zungenstimme, deren Klang an die menschliche Stimme erinnern soll.

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Die Orgel im weihnachtlichen Schmuck. Foto: Jens Rauch

Den Auftakt bildet das Praeludium und Ciacona C-Dur von Dieterich Buxtehude, dem Lübecker Organisten, den der junge Johann Sebastian Bach 1705 aufsuchte, um ihn spielen zu hören. Von Bach erklingt der Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ aus den Leipziger Chorälen, in dem die Choralmelodie im Sopran reich verziert wird. Einen Blick nach Frankreich wirft die Suite du deuxième ton aus dem Livre d’Orgue (1710) von Louis-Nicolas Clérambault. Ihre sieben kurzen Sätze stellen die unterschiedlichen Klangfarben der Orgel einzeln vor.

Ein Prachtstück der St.-Albanus-Kirche. Foto: Jens Rauch

Mit Georg Böhm, Organist in Lüneburg, und Johann Pachelbel kommen zwei Komponisten zu Wort, die in Bachs Umfeld eine Rolle spielten. Böhms Choralpartita „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ variiert eine Liedmelodie. Pachelbel unterrichtete Johann Christoph Bach, der später in Ohrdruf seinen jüngeren Bruder Johann Sebastian bei sich aufnahm. Seine Ciacona f-Moll entfaltet sich über einem wiederkehrenden Bassmodell. Den Schluss bildet Bachs Toccata und Fuge d-Moll BWV 565.

Sebastian Fuhrmann, 1979 in Wittenberg geboren, studierte von 1999 bis 2006 A Kirchenmusik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar, im Fach Orgel bei Prof. Rainer Böhme und Prof. Martin Schmeding. Meisterkurse führten ihn zu Bernard Coudurier, Olivier Latry und Ludger Lohmann. Er ist seit 2008 Stadt- und Kreiskantor in Meiningen. 2026 wurde ihm der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen.