Kaltensundheim und Diedorf Neugier auf 24-Stunden-Läden ist groß

Das Interesse an einem 24-Stunden-Konzept für die Nahversorgung in Kaltensundheim und Diedorf lockte viele Gäste zum Dorfladenstammtisch. Schiebt sich da etwas zusammen?

Links und rechts gibt es Gewerbeeinmietungen – ist die Mitte des Kaltensundheimer Einkaufs-Komplexes durch einen modernen 24-Stunden-Markt wieder belebbar? Ein Interessent dafür scheint sich gerade kundig zu machen. Foto: Iris Friedrich

Zu einem „Dorfladenstammtisch“ hatte die Firma Igros eingeladen – mit konkretem Blick auf zwei zum Teil leerstehende Immobilien, in Kaltensundheim und in Diedorf. Im ersten Fall ist es ein ehemaliger Einkaufsmarkt, der auf eine Neubelebung wartet, in dem anderen ein ehemaliges Möbelhaus, aus dem man wieder etwas machen könnte. Etwas, was die Nahversorgung von Bürgern aus der Region verbessert – sogar länger geöffnet als bekannte Märkte. Der Einladung nach Diedorf, wo man über Konzepte für beide Dörfer sprechen konnte, waren am Montagabend gut 30 Gäste gefolgt. Nicht alle waren freilich potenzielle Interessenten für die Betreibung von „MeinMarkt24“, sondern etliche Kommunalvertreter wollten schauen, ob sich wohl ein solcher finden ließe. So waren etwa der Ortsteilbürgermeister von Kaltensundheim, Adrian Schmuck, dessen Stellvertreterin und auch der stellvertretende Bürgermeister von Kaltennordheim, Uwe Möllerhenn, zu Gast. Auch die Besitzer der beiden Immobilien, um die es geht, waren präsent. Im Falle des ehemaligen Okay- und späteren Nahkauf-Marktes in Kaltensundheim sind dies Falk und Diana Hartmann aus Frankenheim. Falk Hartmann hofft darauf, dass insbesondere der ihm gehörende Markt gute Zukunftschancen hat. Dieser biete Vorteile wie eine komplett vorhandene Ladeneinrichtung und -ausrüstung: „Man könnte morgen loslegen mit dem Betrieb“, sagt er.

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Könnte es so bald aussehen? – Belebte Märkte. Foto: privat/Igros

Das Konzept der rund um die Uhr geöffneten Dorfläden, das der Getränke- und Lebensmittel-Lieferant Igros bereits ein Dutzend Mal in verschiedenen Bundesländern erfolgreich umgesetzt hat, kannte der Frankenheimer bereits von einem „Dorfladentag“, zu dem die Graf-Gruppe aus Salz im Januar eingeladen hatte. Er fand es sehr interessant und schätzt ein, dass sich für Kaltensundheim insbesondere das von Igros entwickelte hybride System anbieten würde: Betreiber könnten hier zu bestimmten, frei wählbaren Zeiten den Markt mit Personal ausstatten. Nach dessen „Feierabend“ wäre ein sogenannter autonomer Betrieb ohne Personal möglich. Umsetzbar ist dies alles durch moderne Technik, die sogar die Bestellungen selbst übernimmt. Das Kassen- und Einlasssystem (übrigens ohne Kundenkarte und damit offen für jedermann) dazu wurde in Diedorf anschaulich vorgestellt. Auf den Dörfern würde dies ein völlig neues Einkaufen auf bis zu 150 Quadratmetern ermöglichen – 24 Stunden am Tag. „MeinMarkt24“ sei ein innovatives und erfolgversprechendes Konzept, warb Geschäftsführer Graf um Betreiber. Auch ein Laden komplett ohne Personal wäre vorstellbar – vielleicht ideal für Diedorf?

Interessiert lauschten viele den Konzepten und Franchise-Angeboten der Graf-Gruppe. Foto: privat

Ein offenbar ernsthafter Interessent aus der Nähe von Marburg hat sich nun zu Besichtigungen in Kaltensundheim angekündigt und lässt das Dorf hoffen, dass die weggebrochene Nahversorgung möglicherweise in völlig neuer Weise wieder aufgebaut wird. Auch zwei weitere Interessenten an dem Konzept sollen bei Igros Erkundigungen zu den konkreten Objekten in der Rhön eingezogen haben. Weitere Nachfragen beantwortet man gern, betont auch Falk Hartmann. Kontakt finden kann man zum Beispiel online auf der Webseite infogespraech.meinmarkt-24.de oder bei den Eigentümern.