Kaltensundheim Tagespflege Sonnenrose hat jetzt geöffnet

Die Fassade im unteren Teil des Kulturhauses wird neu gemalert und der Laubengang, zu dem man direkt aus den Tagespflege-Räumen gelangen kann, ebenfalls saniert. Die Handwerker sind gerade noch dran.                      Foto: /Iris Friedrich

Die Tagespflegeeinrichtung des DRK in Kaltensundheim hat ab sofort geöffnet. Die ersten Tagesgäste fühlen sich in der „Sonnenrose“ pudelwohl.

Kaltensundheim - Wie lange musste man wegen der Corona-Beschränkungen warten, bis es endlich soweit war! Die Tagespflege im Kulturhaus Kaltensundheim, die eigentlich ab dem 1. März startklar war, ging in der vergangenen Woche nun in Betrieb, unter dem schönen Namen „Sonnenrose“. Hier gibt es 18 Plätze für Menschen mit alters- oder krankheitsbedingtem Hilfebedarf. Nutzen können die Plätze weit mehr als nur 18 Leute: Manche kommen nur an einem, an zwei oder drei Tagen, und so hat man in der ersten Woche schon 24 Gäste betreut. „Es gibt Lieblingstage“, hat die Leiterin der Tagespflege in Meiningen, Pia Langer, festgestellt: Dienstag und Donnerstag. Die ersten Gäste kommen aus Kaltenlengsfeld, Erbenhausen, Schafhausen, Unterkatz oder Kaltenwestheim. Ab 7.30 Uhr werden sie vom DRK-Fahrdienst zu Hause abgeholt – „Wir nehmen auch Rollatoren und Rollstühle mit“, sagt Fahrdienstleiter Stefan Jacob. Er und seine Leute, die auch Essen auf Rädern fahren, merken es insbesondere, wie sehr die Senioren und Pflegebedürftigen derzeit unter der Pandemie und der dadurch verordneten Einsamkeit leiden: „Wir wissen, dass viele schon sehnlichst darauf warteten, dass die Tagespflege endlich öffnet“, sagt er. Ein Wermutstropfen war in der ersten Woche die Masken- und Testpflicht im Haus, von der man sich aber bald verabschieden möchte und dazu bereits mit dem Gesundheitsamt in gutem Kontakt steht, sagt Pia Langer.

So ein Tag in der Tagespflege kann ganz schön anstrengend sein, haben einige der Gäste schon lächelnd festgestellt: Ein Mittagsschläfchen muss sein – auch dafür gibt hier bestens ausgestattete Räume, auf die Bedürfnisse der Gäste zugeschnitten.

Dass hier Leben eingezogen ist, sieht man im Therapieraum, der auch zum Basteln genutzt wird. Gisela Rauch aus Kaltenlengsfeld zeigt stolz die bunte Eule, die sie hier gebastelt hat, mit Unterstützung von Beschäftigungstherapeutin Sandra Hepp. Diese gehört wie Pflegefachkraft Elke Hauck, Silvana Klett und Leiterin Stefanie Zipperer zur Besatzung. Zwei Pflegefachkräfte und zwei Betreuungskräfte arbeiten also hier. „Wir sind gewappnet für unsere Gäste, gern auch noch mehr“, sagt DRK-Vorstand Matthias Schneider.

„Unsere Besucher genießen es ganz sehr, unter Leuten zu sein“, sagt Stefanie Zipperer nach den Erfahrungen der ersten Woche. Viele treffen hier Bekannte wieder. Gerda Schramm aus Kaltenwestheim erzählt von Wissenstoto, Mensch-ärgere-dich nicht, Spaziergängen. „Erstmal kleine Runden ums Haus“, mahnt die Leiterin. Auch den Schlafsessel habe sie schon ausprobiert, erzählt Gerda Schramm – und sie hat ihr Rhön-Quiz von zuhause mitgebracht, hier findet sie Mitspieler. „Wenn du nur daheim hockst, das ist doch nichts“, sagt sie. „Man braucht doch was für den Geist und dazu muss man Begegnungen haben.“ Ein Unterkätzer Besucher – an diesem Tag einziger Mann – kommt dreimal die Woche hierher und empfindet es als „schöne Abwechslung“. Es gefällt ihm gut, sagt er. Lieselotte Leutbecher aus Erbenhausen freut sich, dass es mit ihrer Anmeldung geklappt hat. „Es macht Spaß hier. Und das Essen schmeckt“, lobt sie.

Die Verpflegung für die Gäste ist bestens abgesichert. Nach 8 Uhr gibt es Frühstück, später Mittag und Vesper. Sogar selbst backen kann man in der voll ausgestatteten Küche – „und das haben wir auch schon ausprobiert“, sagt Stefanie Zipperer. Um 16 Uhr werden die Besucher wieder vom Fahrdienst nach Hause gebracht.

DRK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schneider freut sich, dass nun endlich eröffnet werden konnte – weil er weiß, wie viele schon nachgefragt hatten. Auch Angehörige übrigens, sagt er, denn viele seien mit der Pflege, noch dazu unter Pandemiebedingungen, einfach überlastet. Dass nun noch ein paar Dinge an den Außenanlagen zu erledigen sind und auch am Laubengang zum künftigen Garten hin noch gearbeitet wird – Corona und deren Verzögerungen und Materialengpässe machen es eben nötig. Der mit Betonplatten zugepflasterte Platz hinterm Kulturhaus wird bald grün, verspricht er, es wird einen Zaun zur Sicherheit geben. Auch ein Vordach und eine Pflasterfläche kommen noch an den Haupteingang, damit alle sauberen Fußes ins Haus treten können.

Wer sich für die Tagespflege interessiert, kann sich übrigens direkt hier melden unter Telefon (03 69 46)13 09 41 oder beim DRK Meiningen. Auch ein Schnuppertag kann angeboten werden.

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