Kaltennordheim Offene Türen in der Schule unter einem Dach

Am Samstag zur Schule – und das auch noch gern? Warum offene Türen am Samstag in die Grund- und Regelschule „Andreas Fack“ lockten – bei Weitem nicht nur Schüler.

Für Lea Hartwich und Jolina Klein war es ein Heimspiel: Die beiden gehen hier zur Schule, bereiten sich gerade auf ihren Abschluss vor und kennen sich bestens aus in den Fluren des DDR-Typenbaus aus den 80ern. Der beherbergt die Grund- und die Regelschule – „unter einem Dach“ lautet das Motto. Ein großer Standort, der sich gern in allen Facetten zeigte und dessen Partner aus der Region auch gern dabei waren. Die beiden Schülerinnen machten mit als Vertreterinnen der Jugendfeuerwehr Frankenheim. Mit Gemeindebrandmeister Frank Rauch hatten sie ein Löschfahrzeug auf den Schulhof der Regelschule gefahren. Einen Steinwurf entfernt nur stand die Technik der Kaltennordheimer Feuerwehr, betreut von den Mitstreitern um Daniel Fiekers, den Kaltennordheimer Gemeindebrandmeister. Knirpse versuchten sich hier auch im wasserspritzenden Löschangriff. Wiederum nebenan hatte der RSV Fortuna ein paar Sportgeräte und seine Sticker-Tauschbörse aufgebaut. Um die Ecke rum: Die Bergwacht Reichenhausen stellte sich vor. Und der Bratwurstrost dampfte – ohne geht’s einfach nicht, bewies die Nachfrage.

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Stolz auf die besonderen Prädikate

Im Schulhaus hatte es eine kleine Eröffnungsstunde von Grundschülern gegeben, gestaltet mit Gedichten und Gesang. Die amtierende Grundschulleiterin Marion Scheidler wie auch ihre Amtskollegin aus der Regelschule, Katrin Bing, verwiesen stolz auf besondere Prädikate wie Umwelt- und Biosphärenschule. Hier steht eine „Schule im Grünen“, wie Katrin Bing betonte. Im Laufe des Frühlings werden die Schüler übrigens Beschilderungen wieder aufstellen, die sie erneuert haben, kündigt sie an, und man hat ein neues Modul als Biosphärenschule in Angriff genommen: gesunde Ernährung. Der Dank auch von Marion Scheidler ging an alle Kooperationspartner der Schule in der Region, die da Forstamt und Biosphärenreservat heißen, aber auch Schulförderverein, Elternvertretung, Sportverein oder Caritas.

Immer was los in der Rhöner Schule

An beiden Schularten ist immer, das ganze Jahr über, etwas los, zeigte Marion Scheidler. Ob es das Zirkusprojekt war, der Spendenlauf des RSV, Drachenfest, Lesekönig, Lichterfest, Karneval oder Umweltschulprojekte. Katrin Bing nannte die Pflegearbeiten an Biotopflächen, Müllsammelaktionen und Baumpflanzungen als Beispiel für das Tun an einer Rhöner Schule, die sich eben als Umweltschule versteht. Der Umwelttag im vergangenen Herbst hatte verschoben werden müssen, doch nun sind Achtklässler ans Baumpflanzen gegangen, sagte sie,

Astrid Wenzel erhielt von Roland Burckhardt den ersten NABU-Naturschutzpreis – eine Eule. Foto: Iris Friedrich

Das richtige Stichwort für Roland Burckhardt, Mitarbeiter im Kaltennordheimer Forstamt und NABU-Kreisvorsitzender im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Sichtlich bewegt berichtete er über die Zusammenarbeit mit der Schule, vor 20 Jahren gemeinsam mit Lehrerin Astrid Wenzel ins Leben gerufen. 2006 hatte man als erste Aktion einen Steilhang entbuscht, später auf der Geba nach Kyrill aufgeräumt und viele weitere Dinge auf den Weg gebracht. Der allererste Naturschutzpreis, ausgelobt 2026 vom NABU-Kreisverband, ging deshalb an Astrid Wenzel.

Landrätin ließ sich vertreten

Auch für Ortsteilbürgermeister Stephan Heym gab es ein Geschenk von Marion Scheidler: Eine Mappe mit Zeichnungen und Gemälden von Grundschülern, die den Karnevalsumzug zum 60. Jubiläum abbilden. Das Geschenk wiederum, das Stephan Heym für Landrätin Peggy Greiser vorgesehen hatte, konnte er nicht übergeben: ein gut gefülltes Stickeralbum. Die Landrätin ließ sich vertreten von der Leiterin der Schulverwaltung. Bürgermeister Erik Thürmer und Stellvertreter Uwe Möllerhenn (beide CDU-Kreistagsmitglieder) waren ebenfalls Gäste des Tages der offenen Tür.

Grund- und Regelschule „Andreas Fack“ in Kaltennordheim. Foto: Iris Friedrich

Kaltennordheim ist bekanntlich im Kreis als Standort eines Schulcampus – also weiterer Zusammenarbeit beider Schularten – vorgesehen. Die dafür nötigen Investitionen aber sind bisher nicht ins Rollen gekommen, nachdem der Kreistag sich bei den Grundschulstandorten noch einmal eine Denk-Frist gegeben hatte. Diese wird am Ende des Jahres in einen Beschluss münden müssen, ist sich Uwe Möllerhenn, viele Jahre Bildungsausschuss-Vorsitzender, sicher.

In den Klassenräumen und auf dem Hof war von diesen offenen Fragen für die Zukunft nicht viel zu hören, das fröhliche Miteinander stand im Vordergrund. Freilich bemüht sich auch der hiesige Förderverein nicht umsonst um neue Mitglieder und hatte eine Tombola sowie den Kuchenbasar organisiert. Eine Tombola hatten auch Schüler der Klasse 9 a auf die Beine gestellt, zugunsten der Abschlussfeier. Die 9 b mixte Cocktails, es gab „Hexensuppe“ und weitere Leckereien. In den Klassenräumen konnte geschaut, gebastelt, erkundet und miteinander gesprochen werden. Bemerkenswert, wie viele Rhöner das Thema Schule und Bildung an diesem Tag anzog – es betrifft ihre Kinder.