Der Förderverein des Kindergartens Kaltennordheim investierte rund 50.000 Euro in das „Kreativhaus“ – vor 150 Jahren war es in der Rhönstadt als Casino gebaut worden.
Das war ein Fest! Eines, bei dem Kinder den Sponsoren und dem Förderverein dankten, die das „Kreativhaus“ erst ermöglichten. (Foto: Kindergarten)
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Die bunten Wimpelketten flatterten fröhlich im Wind und die Sonne strahlte auf die glücklichen Gesichter der Vorstandsmitglieder des Kindergarten-Fördervereins, die zu einem besonderen Fest eingeladen hatten. Das „Haus 2“ stand im Mittelpunkt des Geschehens, das Nebengebäude des Kaltennordheimer Kindergartens, welches sich auf dem Außengelände befindet und untrennbar mit der Einrichtung verbunden ist.
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Das Gebäude selbst blickt auf zirka 150 Jahre wechselvoller Geschichte zurück. Einst als Casino errichtet, war es zu DDR-Zeiten FDJ-Heim, Jugendclub und Gruppenraum des Kindergartens. Nach 1990 erneuerte die Stadt das Dach des Gebäudes, welches nun hauptsächlich als Abstellbereich genutzt wurde. Doch der Zahn der Zeit nagte unaufhörlich am „Haus 2“.
Nicht zu übersehen: Hier muss man etwas tun, wenn man das Haus erhalten will. Foto: privat
Insbesondere zu der Zeit, als der Kindergarten mit 104 Kindern voll belegt war und Ausweichräume benötigt wurden, kam vom damaligen Erzieher-Team der Wunsch auf, die beiden Räume pädagogisch nutzen zu können. Vom Malatelier war die Rede, ebenso von einem Theaterraum, der zudem als zusätzlicher Bewegungsraum genutzt werden kann.
Längst eine Herzensangelegenheit
2012 gründete sich der Förderverein des Kindergartens. Wenige Jahre danach nahmen die Mitglieder des Vereinsvorstandes das „Haus 2“ unter ihre Fittiche. Das ist knapp zehn Jahre her. Seitdem flossen rund 50.000 Euro aus dem Geldtopf des Vereins in die Komplettsanierung. Längst zur Herzensangelegenheit der Vorstandsmitglieder geworden, kam Bauabschnitt um Bauabschnitt dazu. Decken, Wände, Böden, Fenster, Elektrik, Ausstattung – alles wurde erneuert. Die beiden Räume verwandelten sich in ein Malatelier sowie in einen Theater- und Bewegungsraum – das „Kreativhaus“ nahm Formen an. Auch der Flurbereich bekam einen Neuanstrich und durch den Träger, die Stadt Kaltennordheim, wurde eine Toilette installiert.
Der sehr engagierte Vorstand des Fördervereins: Foto: Kindergarten
Auch vor dem „Haus 2“ ging es für den Förderverein weiter. Eine großzügige Überdachung aus Holz entstand, welche den Kindern Unterschlupf bei Wind und Wetter gewährt, zum Spielen und zum Essen einlädt. Doch damit nicht genug. Die Asbestplatten der Außenfassade fielen herab und mussten entfernt werden. Somit lag das Mauerwerk frei, welches bereits erhebliche Mängel zeigte. Hier war schnelles Eingreifen gefragt, um die Fassade und somit den sanierten Innenbereich zu schützen und zu erhalten. Da der Stadt das Geld fehlte, startete der Förderverein einen Spendenaufruf zur Erneuerung der Fassade. Schnell fanden sich Privatpersonen, Firmen und Vereine, die dies großzügig unterstützten. Somit konnte die Fassade im Sommer durch die Firma Enrico Heim saniert werden.
Das musste gefeiert werden. Dem Vorstand war es ein „wichtiges Anliegen“ und eine „große Freude“, sich bei den Sponsoren zu bedanken, die gern zu dem Fest gekommen waren. Auch die treuen Mitglieder des Fördervereins wurden eingeladen, um gemeinsam anzustoßen.
Ohne Heizung nur ein „Sommerhaus“
„Schaffe, schaffe, Häusle bauen, können auf neue Fassade schauen“, sangen die Kinder der Vorschulgruppe „Wilde Pferde“ voller Inbrunst. Mit ihrem fröhlichen Programm begrüßten sie die vielen Gäste. Der Vorstand übergab selbst gebastelte Sonnenblumen der Kinder an die Sponsoren „als herzliches Dankeschön“, wie der Vereinsvorsitzenden Steffen Renner betonte. Die Sanierung des Gebäudes zeige einmal mehr, „wie wichtig der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung sind“.
Blick auf die Bauarbeiten in den Räumlichkeiten. Foto: Kindergarten
Nun ist es fast geschafft. Denn gänzlich beendet ist die Sanierung noch nicht. Was jetzt noch fehlt, ist die dauerhafte Wärmequelle, die ermöglicht, das Gebäude auch in der kalten Jahreszeit zu nutzen. Das Kindergartengebäude selbst ist an das Fernwärmenetz angeschlossen. Im Zuge dessen, wurde auch die Verbindung zum „Haus 2“ hergestellt. Doch noch bleiben die Räume kalt, da die Anschlüsse im Hauptgebäude sowie die Rohrleitungen und Heizkörper im Nebengebäude fehlen…