KAG Oberzentrum Südthüringen Neues Ehrenamtsgesetz, frische Ideen

Welche Impulse das Thüringer Ehrenamtsgesetz für die Vereinsarbeit gibt, stand im Mittelpunkt des Vereinsgeflüsters der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Südthüringen.

Das Format Vereinsgeflüster hat jetzt in Oberhof viele Akteure zusammengebracht. Es soll auch 2026 fortgesetzt werden. Foto: Renè Kellermann

Rund 80 Engagierte aus den vier Städten der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Oberzentrum Südthüringen (KAG) nutzten jetzt eine Veranstaltung in Oberhof, um mit dem Ehrenamtsbeauftragten der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly, ins Gespräch zu kommen, über Fördermöglichkeiten zu sprechen, Bilanz zu ziehen und neue Ideen für das kommende Jahr zu entwickeln.

Nach der Werbung weiterlesen

Zuschüsse und andere Hilfen

Im Mittelpunkt stand das Thüringer Gesetz zur Förderung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements, das Guntram Wothly praxisnah vorstellte. Er gab Einblicke in die neuen Fördermöglichkeiten, etwa Zuschüsse für Projekte und Veranstaltungen, Unterstützung bei Qualifizierungen oder Hilfen in besonderen Härtefällen. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Antragsverfahren und Rückmeldezeiten zu stellen und Hinweise aus der Vereinsarbeit weiterzugeben. „Wir hören genau hin, wo Vereine auf Hürden stoßen, und nehmen diese Erfahrungen mit in die nächste Überarbeitung“, nahm Wothly die Rückmeldungen auf. Er erläuterte zudem, dass mit dem neuen Gesetz künftig auch Kooperationsprojekte zwischen mehreren Vereinen gezielt gefördert werden können. Zusammenschlüsse mehrerer Akteure eröffneten zusätzliche Chancen, etwa für gemeinsame Veranstaltungen oder Projekte. „Diese Möglichkeit greift ein Prinzip auf, das auch die Arbeit der KAG prägt: Gemeinsam lässt sich mehr erreichen als allein“, ordnet KAG-Sprecherin Anne Schlegel ein.

Guntram Wothly, Ehrenamtsbeauftragter der Thüringer Staatskanzlei, stellte das Thüringer Gesetz zur Förderung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements vor. Foto: René Kellermann

Und fährt fort: „Wie wertvoll das Format des Vereinsgeflüsters ist, zeigte eine erste Befragung der Teilnehmer. Viele lobten den offenen Austausch und die praxisnahen Inhalte. Besonders häufig wurde hervorgehoben, dass die Veranstaltung konkretes Wissen und nützliche Tipps vermittelt habe: 19 Personen gaben an, vor allem praktische Anregungen für ihre Vereinsarbeit mitgenommen zu haben. 13 Teilnehmende nannten neue Ideen für Projekte, zwölf fühlten sich durch die Begegnungen und Gespräche motiviert und inspiriert.“

Teilnehmer voll des Lobes

Neun betonten den Gewinn neuer Kontakte und Vernetzungsmöglichkeiten, sieben hoben die gestiegene Sichtbarkeit ihrer Vereine hervor, ebenso viele schätzten den Austausch auf Augenhöhe. In besonderer Erinnerung blieben den Teilnehmenden zudem das Kennenlernen verschiedener Orte, die lebendigen Vorstellungsrunden der Vereine und die gut gewählten Referenten. Als besonders hilfreich wurden außerdem die zahlreichen Tipps zu Social Media und Versicherungsfragen wahrgenommen.

Die Rückmeldungen zeigten: Das Vereinsgeflüster wird als wichtiges Forum für Vernetzung und Wissensweitergabe gesehen. Es schaffe Raum für Dialog, stärke das Miteinander über Stadtgrenzen hinweg und biete konkrete Unterstützung für die tägliche Vereinsarbeit, so Anne Schlegel.

Schwarzes Brett für Vereinsangebote

Viele wünschen sich künftig ein noch intensiveres Miteinander und mehr Netzwerkmöglichkeiten. Ganz konkret regte beispielsweise Ernst Haberland vom Rennsteigverein 1896, Ortsgruppe Suhl, für das nächste Vereinsgeflüster ein Aushangsystem – eine Art schwarzes Brett – an, an dem Vereine anbieten können, was sie leisten oder benötigen, und wo andere gezielt danach suchen können. „So etwas wie beim Aushang im Supermarkt – da ist am Ende immer etwas abgerissen. Ich glaube, so ein System könnte auch bei uns gut funktionieren“, so Haberland. Gabi Bauckmann vom Nabu-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen, Ortsgruppe Zella-Mehlis, unterstützte den Vorschlag: „Das würde ich auf jeden Fall befürworten und auch nutzen.“

Auch der Blick über den eigenen Tellerrand könnte eine Idee für den Ausbau des Formats sein: 22 Teilnehmende erklärten Anne Schlegel zufolge, dass sie gern Einblicke in die Arbeit anderer Vereine erhalten würden – etwa durch Besuche, gemeinsame Aktionen oder Hospitationen. Ebenso viele können sich vorstellen, selbst ihre Türen für andere zu öffnen, wenn das Thema passt.

Neue Social-Media-Kanäle

Diese Idee eines sichtbaren und offenen Austauschs knüpft unmittelbar an die erweiterten Kommunikationswege an, die die KAG künftig verstärkt nutzen möchte. Neben den inhaltlichen Impulsen stellten Vertreter der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft deshalb ihre neuen Social-Media-Kanäle vor und lud die Teilnehmenden ein, eigene Geschichten, Aktionen und Initiativen einzubringen, um das Ehrenamt, die Kultur und Gemeinschaft in der Region gemeinsam sichtbar zu machen.

Fortsetzung folgt im Jahr 2026

Angesichts der positiven Resonanz wird die Veranstaltungsreihe auch 2026 fortgesetzt. Wie bisher werden die Themen aus der Vereinslandschaft selbst kommen, ergänzt durch Impulse von Fachleuten.

„Wir freuen uns sehr über den großen Zuspruch, die aktive Beteiligung und die vielen Anregungen, die uns mitgegeben wurden“, sagt Alexander Brodführer, Bürgermeister der Stadt Schleusingen und Vorsitzender der KAG. „Das Vereinsgeflüster zeigt, dass unsere Idee trägt: Vier Städte arbeiten zusammen, um Engagement zu fördern, Wissen zu teilen und die Region als lebenswerten Raum zu stärken.“

Das Oberzentrum

Infokasten
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) für ein Oberzentrum Südthüringen hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität in den vier Verbundstädten Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis sowie in der gesamten Region langfristig zu steigern. Ein zentrales Anliegen dabei ist die Förderung des Vereinslebens, des ehrenamtlichen Engagements und der kulturellen Vielfalt. Daher legt die KAG großen Wert darauf, die Vereine und Kulturschaffenden stärker miteinander zu vernetzen, den Austausch zu fördern und gemeinsame Synergien zu schaffen – denn viele Herausforderungen und Themen sind oft ähnlich und können durch gegenseitiges Lernen und Zusammenhalt besser gemeistert werden.