Kabinettsumbildung Neue Ministerin für Infrastruktur

Noch vor wenigen Tagen hatte die Staatskanzlei die entsprechenden Pläne dementiert, nun sind sie offiziell: Die derzeitige Staatssekretärin im Infrastrukturministerium Susanna Karawanskij wird neue Ministerin in dem Haus, das derzeit vom Linken Benjamin-Immanuel Hoff geführt wird.

Susanna Karawanskij. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Bodo Schackow

Erfurt - Die Thüringer Landesregierung wird umgebildet – obwohl die Staatskanzlei noch vor wenigen Tagen entsprechende Pläne dementiert hatte. Die Linke-Politikerin und derzeitige Staatssekretärin im Infrastrukturministerium Susanna Karawanskij soll in diesem Haus demnächst als Ministerin arbeiten, teilte ein Sprecher der Staatskanzlei am Donnerstag in Erfurt mit. Sie solle zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Landtag vereidigt werden. Sie hätte damit auch die Verantwortung für die Landwirtschaft in Thüringen. Karawanskij wird Nachfolgerin von Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), der das Ministerium seit November 2019 sowie März 2020 geschäftsführend leitet – parallel zu seinen Jobs als Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten.

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Unsere Zeitung hatte bereits über diese Pläne für eine Kabinettsumbildung berichtet. Ein Sprecher der Staatskanzlei hatte die entsprechenden Meldungen über solche Überlegungen damals noch zurückgewiesen. Es gebe „entsprechende Pläne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht“, hieß es – ein offenbar unglaubwürdiges Statement. Innerhalb der Thüringer Linken war bereits seit Wochen über diese Umbildung gesprochen worden.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte, er habe Hoff gebeten, ihm mit ganzer Kraft als Minister und Chef der Staatskanzlei zur Verfügung zu stehen.

Nach früheren Angaben aus Linke-Kreisen soll sich Hoff in Zukunft für die Landesregierung noch intensiver als bislang darum kümmern, wie Projekte des rot-rot-grünen Minderheitsbündnisses umgesetzt werden könnten, indem er Absprachen mit CDU und FDP treffen oder zumindest vorbereiten soll. Diese Aufgabe werde so zeitaufwendig sein, dass es unmöglich sei, dass er daneben noch Zeit für die Führung des Infrastrukturministeriums haben werde, hieß es zuletzt.

Karawanskij war zwischen 2013 und 2017 Linke-Bundestagsabgeordnete. Anschließend war sie Ostkoordinatorin für die Linke-Fraktion im Bundestag. Zwischen 2018 und 2019 war sie Ministerin für Arbeit und Soziales in der Landesregierung Brandenburg. Seit März 2020 arbeitet sie in Thüringen. Sie wurde in Leipzig geboren, ist verheiratet und hat eine Tochter.