Kabarett in Milz Fredi Breunig und die Magie des Frühschoppens

Kurt Lautensack

Fredi Breunig hat das Publikum binnen Sekunden mit Witz und Charme auf seiner Seite. Und dann zauberte er noch einen Überraschungsgast aus dem Hut.

Bereits zum neunten Mal hatte der Milzer Carnevalsverein zum kabarettistischen Frühschoppen eingeladen: Moderator Mario Richardt, Kabarettist Fredi Breunig und Römhilds Bürgermeister Heiko Bartholomäus (von links) sorgten für gute Laune auf der Bühne. Foto: /Karl Lautensack

Der Milzer Carnevalsverein (MCV) hatte am Sonntag zum neunten Mal zum kabarettistischen Frühschoppen eingeladen – heuer unter dem Motto „Brezel, Bier und domm‘s Gebabbel“. Das Milzer Kulturhaus war gut gefüllt, die Besucher begrüßten Fredi Breunig frenetisch. „Seid ihr wegen mir gekommen oder wegen dem MDR?“, fragte er, um gleich anzufügen: „Ich kann‘s mir schon denken, ihr wollt halt alle mal ins Fernsehen.“ Mehr brauchte es nicht, um das Publikum für sich zu gewinnen. Selbst mit der Begrüßungsliste, die ihm Andreas Peter überreichte, brachte Breunig die Gäste zum Lachen. Ein besonderer Gruß ging an das MCV-Team, das wie gewohnt für das leibliche Wohl der Gäste sorgte.

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Humorvolle Reise durch allerlei Themen

Mit einem Seitenhieb zu den kulinarischen Gepflogenheiten in der Region brachte Breunig die Zuhörer zum Schmunzeln: „In Gleichamberg gibt’s Klöße, in Milz aber Hüts. Allerdings gibt es heute beim Frühschoppen zum letzten Mal Messer und Gabel, was wohl den Messerangriffen geschuldet ist. In zwei Jahren gibt’s dann nur noch Löffel und Kartoffelsuppe.“

Von hier aus nahm Breunig die Zuhörer mit auf eine humorvolle Reise durch verschiedene Themen. Er sprach über die Unterschiede zwischen der Schulbildung von 1960 und heute, die Rolle der künstlichen Intelligenz (weil die natürliche Intelligenz nachlässt) und beleuchtete auf humorvolle Weise alltägliche Fragen.

So erklärte er, warum der Bauchnabel von Frauen ein Sammelbecken für Fusseln ist, was es mit dem Trennen von Eigelb und Eiweiß auf sich hat und was Starkbier, Biber und Mönche miteinander zu tun haben. Auch glaubt er zu wissen, warum junge Leute so häufig den Führerschein nicht bestehen: Weil sie durch das ständige Starren auf ihre Handys bei der Prüfung zum ersten Mal eine Ampel sehen. Auf diese und andere Weise arbeitete sich Fredi Breunig zum mit Spannung erwarteten Überraschungsgast vor, der gemeinsam mit den intensiven Bemühungen von Andreas Peter nach Milz gelockt werden konnte.

Spannung auch deshalb, weil die Fernsehleute des MDR herumschwirrten. Unter großem Beifall wurde Mario D. Richardt begrüßt, der Moderator der MDR-Sendung „Mach dich ran“. Zusammen mit seinem Team gab es eine zeitlich etwas verkürzte Mach-dich-ran-Sendung. Und wenn Moderator auf Kabarettist trifft, dann ist Spaß und Spontanität programmiert. Mario Richardt, seit 2005 in Leipzig zu Hause, moderiert seit 23 Jahren die Sendung. 1992 aus der Taufe gehoben, sei sie die wohl älteste Sendung des MDR.

Darin geht es um ein Spiel zwischen dem Moderator und einem Gast sowie um die Lösung einer Tagesaufgabe. Im Spiel standen sich Mario Richardt und Römhilds Bürgermeister Heiko Bartholomäus gegenüber. Es galt, einen kleinen Flitzer mit Fernsteuerung schnell über eine Strecke zu schicken. Das Publikum hatte sich zuvor auf einer Karte für den möglichen Gewinner zu entscheiden. Richard gewann, sodass Bartholomäus „zur Strafe“ einen Sketch mit Breunig spielen musste.

Torsten Willing aus Rohr mit Wurzeln in Gleichamberg hatte Glück und den Gewinner auf seiner Karte stehen. Ihm war es vorbehalten, Mario Richard die Tagesaufgabe zu stellen. Mehr soll dazu nicht verraten werden, denn die Auflösung dazu wird es beim MDR in der Sendung am 28. Oktober um 19.50 Uhr geben.

So war es dem Karnevalsverein, seinen engagierten Frauen und Männern und Fredi Breunig wieder einmal gelungen, einen kabarettistischen Frühschoppen zu zaubern, der beim Publikum für einen unvergesslichen Sonntag sorgte.