Junioren-WM in St. Moritz Bobpilot Hannighofer hofft auf den Titel

Hans-Peter Hannighofer. Foto: Eibner Europa/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder via www.imago-images.de

Hans-Peter Hannighofer peilt Gold in St. Moritz an. Wenn das gelingt, darf er im Februar bei der Senioren-WM in Altenberg starten.

St. Moritz - Junioren-Weltmeister im Zweier werden und sich somit einen persönlichen Startplatz für die WM der Senioren in Altenberg sichern – so sieht er aus, der Wochenplan von Hans-Peter Hannighofer. Der 23 Jahre alte Bob-Pilot vom BRC Thüringen kann am Freitag in St. Moritz seiner erfolgreichen Saison das Sahnehäubchen aufsetzen. „Wir gehen ins Rennen, um zu gewinnen. Aber die Konkurrenz ist stark, deshalb sollte man mit Prognosen vorsichtig sein“, sagte Hannighofer, der beim Zweierbob-Weltcup am Samstag an gleicher Stelle Vierter geworden war.

„Die Naturbahn in St. Moritz ist nicht ohne Tücken. Hans-Peter hat sicher gute Chancen auf ein starkes Ergebnis, aber die Rennen müssen erst mal sauber gefahren werden“, warnte Matthias Höpfner, der Oberhofer Bundesstützpunkttrainer. Vor allem Michael Vogt könnte die Siegpläne von Hannighofer durchkreuzen. Der Schweizer fährt seit 2018 im Weltcup und kennt die Bahn im noblen Wintersportort aus dem Effeff.

Sollte Hannighofer mit Anschieber Christian Röder den Titel bei den Junioren verpassen, ist der Traum von der Teilnahme an der Senioren-WM im Erzgebirge allerdings noch nicht ausgeträumt. In diesem Fall erwägt Bundestrainer René Spies ein Ausscheidungsrennen um den dritten WM-Startplatz zwischen Hannighofer und dem Bayern Christoph Hafer. Für die Altenberger Titelkämpfe (4. bis 14. Februar) gesetzt sind Lokalmatador Francesco Friedrich sowie Johannes Lochner, der für einen Stuttgarter Verein startet.

Neben Hannighofer ist mit Jonas Jannusch ein zweiter Pilot aus dem Freistaat bei der Junioren-WM im Einsatz. Philipp Zielasko musste hingegen unverrichteter Dinge aus der Schweiz abreisen. Der 24-Jährige vom BRC Thüringen leidet an den Nachwirkungen einer Covid-19-Erkrankung und hatte beim Training im 1800 m hoch gelegenen St. Moritz mit Atemproblemen zu kämpfen. „Er hat selber entschieden, dass es keinen Sinn macht. Und das will etwas heißen, denn Philipp ist ehrgeizig und will eigentlich immer fahren. Aber es ist zu riskant, mit 140 km/h die Bahn runterzufahren, wenn der Kopf nicht frei ist“, sagte Höpfner.

Bei den Frauen hält Anne Lobenstein das Thüringer Bob-Fähnlein hoch. Für die 25-Jährige ist es die letzte Junioren-WM ihrer Karriere. „Sie will noch mal richtig was zeigen und hat sich eine Menge vorgenommen“, ließ Höpfner durchblicken.

Gute Chancen auf den Titel rechnet sich Laura Nolte (Winterberg) aus, die im Januar 2020 ihr Weltcup-Debüt feierte und seitdem konstant Spitzenleistungen abliefert. Sollte sie Gold aus St. Moritz mitbringen, gäbe es bei den Frauen einen vierten deutschen WM-Startplatz. Dann wäre neben Nolte, Kim Kalicki (Wiesbaden) und Mariama Jamanka (Oberhof) auch Stephanie Schneider in Altenberg dabei. Die 30-Jährige gehört zwar momentan nicht fest zum Weltcup-Aufgebot. Die beiden Weltcups, an denen sie in den vergangenen Wochen teilnahm, hat die routinierte Sächsin jedoch gewonnen.

 

Autor

 

Bilder