Juli am Rennsteig Kein Tag wärmer als 25 Grad

Das gab es zuletzt vor zehn Jahren: Die 25-Grad-Marke wurde im Juli am Rennsteig nicht geknackt. Wie es sich schon zum Monatswechsel angedeutet hatte – es wurde ein unbeständiger zweiter Sommermonat. Das er allerdings so konsequent unbeständig blieb, das war schon bemerkenswert.

Neuhaus am Rennweg - Es stimmt schon, so richtig hochsommerliche Gefühle kamen im diesjährigen Juli nicht auf, obwohl er keineswegs zu kalt ausfiel. Nur sechs Tage kann man als wirklich „etwas kühler“ bezeichnen, dem gegenüber stehen mehr als doppelt so viele Bergsommertage mit einem Maximum von 20 Grad oder mehr.

Mit einer mittleren Temperatur von 14,8 Grad war der nach Julius Caesar benannte Monat immerhin um 1,5 Grad zu warm, wobei die letzte Dekade mit 16,0 Grad doch recht deutlich zu warm ausfiel.

Nichtsdestotrotz – warm allein reicht eben im Sommer nicht für unsere Gefühlswelt – ohne ausreichend Sonne, jedoch mit Quellwolken aller Größenordnungen und Schattierungen und entsprechend enthaltener Feuchtigkeit.

Aber vorrangig wird der Juli 2021 immer mit der Flutkatastrophe in der Eifel in Verbindung gebracht werden, der schlimmsten Naturkatastrophe seit der Sturmflut im Jahre 1962. Deswegen fällt es in diesem Fall nicht so leicht einen Witterungsrückblick zu schreiben, diese Katastrophe lässt einfach alles andere sehr, sehr klein aussehen.

Im Großen und Ganzen kann man den Juli in vier Teile gliedern: Den über die erste Dekade hinaus anhaltenden Tiefdruckeinfluss aus Südwest bis West mit schon markanten, aber eher lokalen und konvektiven Starkregenereignissen.

Dann kam in der zweiten Dekade Tief Bernd stationär direkt über Mitteleuropa, mit den teilweise großflächigen und verheerenden Regenmengen. Ein wenig Hochdruckeinfluss durch Hoch Dana folgte vom 19. bis 23. Juli, bevor sich bis zum Monatsende wieder von Westen her Tiefdruckeinfluss durchsetzte.

Die markanten Tage im Juli beginnen gleich am ersten Tag, der Loser-Tag des Monats – mit einer Durchschnittstemperatur von nur 10,2 Grad kältester Tag im Juli, kein Sonnenstrahl konnte die subpolare Meeresluft erwärmen, Maximum 12 Grad, die Temperatur schwankte an diesem Tag nicht einmal um 3 Grad.

Ähnlich der 9. Juli: hier gab es allerdings mehr Niederschlag und vor allem Wind – 15 Meter pro Sekunde in der Spitze, satte Windstärke 7, der Spitzenwert des Monats, schneller wurde die Luft nicht mehr. Der Tageshöchstwert beim Niederschlag war am 13. Juli mit 42 Liter pro Quadratmeter, der unbewegliche Bernd als Verursacher.

Nach den Radardaten gab es am Nordrand des Thüringer Waldes zwischen Saalfeld und Rudolstadt einen Streifen, in dem bis zu 130 Liter pro Quadratmeter an diesem Tag in kurzer Zeit heruntergekommen sind. Aue am Berg hat es mit am heftigsten zu spüren bekommen.

Monatsminimum war am 21. Juli mit 8,1 Grad, das Maximum drei Tage darauf mit 24,0 Grad in subtropischer Luft. Das im Juli nicht einmal die 25 Grad-Marke geknackt wurde – das gab es zuletzt vor zehn Jahren. Sonnigster Tag war der 30. Juli – 13,1 Stunden war unsere Wärme- und Lichtquelle zu sehen, tags darauf noch einmal neun Stunden, ein recht versöhnlicher Monatsabschluss. Unterm dem Strich bleibt aber ein kleines Minus, 184 Stunden bedeuten 91 Prozent vom klimatologischen Mittelwert. Der wurde beim Niederschlag weit übertroffen – 136 Liter pro Quadratmeter bedeuten ein Plus von 32 Prozent, und da zählt Neuhaus noch nicht einmal zu den Spitzenreitern in unserer Region. In der näheren Umgebung von Neuhaus fielen bis 160 Liter pro Quadratmeter, in der Nähe von Bad Blankenburg örtlich begrenzt zwischen 180 bis 200 Liter pro Quadratmeter.

Und der August? Vorerst ist keine längere Hochdrucklage in Sicht, vor allem ein unterkühlter Beginn, in der zweiten Dekade ist wohl wieder ein etwas höheres Temperaturniveau zu erwarten.

 

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