Unmut macht sich bereit, teils radikalisieren sich einzelne Gruppen oder Menschen. So sorgt der frustrierte Süd-Adel für Versorgungsengpässe und schiebt es der Regierung in die Schuhe. Und die Rebellen verursachen mit kleinen Anschlägen im Süden Angst und Schrecken.
Erzählt wird die Geschichte wie auch schon in Band 1 und Band 2 vor allem aus der Sicht der jungen Prinzessin und Halb-Nordlerin Jarven und ihrem Freund und Innenministersohn Joel, der ebenfalls aus dem Norden kommt.
Bis vor Kurzem lebte sie noch arm in Deutschland, nun wohnt sie in einem Elite-Internat im Süden Skoglands - und auf das geht auch der Eigenbrödler Hjalmar, Sohn reicher Südler. Der ist vor allem gemein zu allen und immer allein. Dass er rechtsextrem ist und sich als Auserwählter zur Rettung der "arischen Rasse" sieht, weiß deshalb keiner. Und sein blutrünstiger Plan zur "Säuberung" nimmt Formen an, als er Jarven und ihre Freundin über ein geplantes Nord-Süd-Jugendsommercamp reden hört.
Obwohl das Ende der Geschichte schon am Anfang weitgehend feststeht, kann man beim Lesen des Politthrillers "Skogland brennt" leicht in einen Rausch geraten. Es geht in mehreren Strängen um politische Spiele im Verborgenen, Klüngeleien unter Reichen, Liebe im Teenageralter und die Macht auch von sozialen Medien. Boie zeichnet gesellschaftliche Strömungen und auch die Gedanken ihrer Figuren genau auf - seien sie noch so verkorkst, zermürbend oder pubertär.
Für zarte Nerven ist das Buch eher nichts, die Altersempfehlung wurde deshalb vom Hamburger Oetinger-Verlag auch auf 15 Jahre hoch gesetzt. Boie gibt in "Skogland brennt" nicht leichtfertig Antworten oder Lösungen gegen Rechtsextremismus und Spaltung vor. Sie setzt darauf, dass die Leserinnen und Leser selbst denken und sie finden. Und dazu gibt das Buch - wie auch schon viele Jugendbücher Boies zuvor - auf jeden Fall Anstoß.