Jugendfeuerwehr Dorndorf Einsatzpräzision und Jubiläumstrubel

Werner Kaiser

Im zweiten Nachwendejahr ging die Dorndorfer Jugendfeuerwehr an den Start und hat seitdem qualifizierte Einsatz- und Führungskräfte hervorgebracht. Das wurde jetzt ausgiebig gefeiert.

Von der Außentreppe der Kirche aus ließ sich verfolgen, wie die Dorndorfer Jugendfeuerwehr ihren Löschangriff nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 fachgerecht ausführte. Foto: Werner Kaiser

Wenn eine Jugendfeuerwehr wie die Dorndorfer ihr 30-jähriges Bestehen feiert, sind die allermeisten Jubilare keine Gründungsmitglieder. Das liegt in der Natur der Sache. Der heutige Jugendwart Michael Fischer könnte damals dabei gewesen sein, hat es dafür aber inzwischen auch zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Dorndorf gebracht. Das hindert ihn nicht daran, jede Ausbildungsstunde mit dem Feuerwehrnachwuchs – oftmals erfolgt das Training gemeinsam mit den Lösch- und Hilfeaspiranten aus Kieselbach – sorgfältig durchzuführen.

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Die Zusammenarbeit ist auch eine Frage der Effektivität: Der Kieselbacher Nachwuchs bringt es auf 22 Köpfe, in Dorndorf sind es momentan nur acht. Könnte mehr sein, aber der Betrachter weiß: Solche Schwankungen sind bei den Jugendfeuerwehren weder gewünscht noch vermeidbar, und schließlich – das gehört ja zu den Aufgaben der jungen Garde – hat man gerade erst zwei Mitglieder in die Einsatzabteilung überführt. Somit wird die Tradition fortgesetzt, die sich schon unter den Jugendwarten Andreas Hermann und Martin Winges erfolgreich herausgebildet hat.

Die Fahrzeughalle des Dorndorfer Gerätehauses fungierte am Pfingstsamstag vorrangig als Festmeile – mit gutem Grund: Der Fuhrpark war draußen auf dem Otto-Herbig-Platz zwischen Gerätehaus, Gemeindeverwaltung und Kirche zur Besichtigung bereitgestellt worden. Die Bilder gleichen sich bei solchen Anlässen: Vor allem das junge Volk, das erst noch Feuerwehrnachwuchs werden will, ist ganz scharf darauf, mal in Reichweite von Lenkrad und vielen Schaltern zu sein, und die Eltern geben dem Wunsch wohlwollend nach – vielleicht aus eigener Kindheitserinnerung (auch wenn die Technik heute viel moderner ist), vielleicht aber auch zur Vorbereitung ihrer Sprösslinge auf eine sinnvolle, gemeinnützige Freizeitbeschäftigung. Wobei Besichtigung und Probesitzen natürlich stets unter fachmännischer Aufsicht erfolgte.

Überzeugende Übung

Darüber ging aber nicht unter, die Technik und ihre Beherrschung im Einsatz vorzuführen. Zu den Highlights des Jubiläumsprogramms – das empfanden insbesondere die aktiv Mitwirkenden – gehörte ein Löschangriff. Mit Blaulicht und Signalhorn fuhren die angehenden Floriansjünger im großen Einsatzfahrzeug LF 10/6 vor, um wichtige Bestandteile der Grundübung für die Ausbildung der Jugendfeuerwehr nach Feuerwehr-Dienst-Vorschrift 3 (FwDV-3) zu demonstrieren, in diesem Fall freilich als Trockenübung. Unter dem Kommando von Gruppenführer Oliver Grundmann wurden die Aufgaben verteilt, die Schläuche zum Verteiler und den Angriffstrupps verlegt und die Ausführung gemeldet. Ein Korb mit Brennmaterial stand auch bereit, konnte aber unbehelligt bleiben. Die Zuschauer waren jedenfalls zufrieden mit dem übersichtlichen und zügigen Ablauf.

Natürlich zeigen sich Feuerwehrsenioren beeindruckt von der heutigen modernen Technik. So war bei ihnen noch über viele Jahre die Tragkraftspritze (TS) im Einsatz, die per Hand angeworfen werden musste – und den Maschinisten gern mal einen Streich spielte. Heute geschieht das per Knopfdruck mit Anlasser. Aber Achtung und Ideenreichtum im Umgang mit dem technischen Erbe lassen sich auch sehen. So haben die Dorndorfer einen früheren Tragkraftspritzen-Anhänger (TSA) für den Schlauchtransport umgerüstet und damit auch dem Nachwuchs ein Beispiel für Ideenreichtum geliefert.

Die üblichen feuerwehrtypischen Spiele fanden ebenfalls statt, darunter die Aufgabe, mit einem von der Kübelspritze versorgten Strahl die Löcher in einer Hauswand zu treffen und einen Zielmechanismus auszulösen. Selbst für schon geübte Feuerwehrleute erwies es sich als anspruchsvoll, mit dem sich entrollenden Schlauch eine Pyramide zu treffen – zumal hier einer der Väter des Erfolgs der vorschriftsmäßig und gerade aufgewickelte Schlauch war. Auf die große Zeremonie wurde verzichtet. Der Bürgermeister der Krayenberggemeinde, Peter Neumann, kam mit seiner Rolle als interessierter Gast sehr gut zurecht. Stattdessen legten sich die Helfer aus der Einsatzabteilung und dem Feuerwehrverein, darunter verdiente langjährige Paten der Jugendfeuerwehr wie Jürgen Heine, Ronald Zierd und Klaus Deeg, ins Zeug, um den Nachwuchs zu unterstützen und die zahlreichen Gäste zu versorgen.