Schmalkalden - An mehreren Orten in Schmalkalden zieren kleine Messingsteine das Straßenpflaster. Auf dem Altmarkt und der Salzbrücke, in der Auer Gasse, Stiller und Kothersgasse, in der Weidebrunner Gasse vor dem ehemaligen Bankhaus Wachenfeld & Gumprich. 34 Gedenksteine sind es insgesamt. Sie erinnern an 34 jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die im Holocaust ermordet worden sind. 2009 hatte der Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e. V. begonnen, die kleinen Gedenktafeln vor den einstigen Wohnhäusern zu verlegen. Das Stadt- und Kreisarchiv unter Leitung von Ute Simon erforschte das Leben und Schicksal der einzelnen Personen. Wie das von Issak Vogel, dem kleinen Viehhändler, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten konnte, von der Frau geschieden in der Pfaffengasse 5 zur Miete wohnte. Seine Bittgesuche zwischen 1930 und 1937 wurden vom Wohlfahrtsamt der Stadt abgelehnt. Nach der Pogromnacht kam Issak Vogel in das Konzentrationslager Buchenwald. 17 Tage später starb der misshandelte Jude in den Armen des Schmalkalder Mithäftlings Hans Hammerschlag. Oder der Kaufmann Julius Eckmann, 69 Jahre. Besitzer des gleichnamigen Warenhauses in der Auer Gasse 10, nach der Pogromnacht am 9. November 1938 ins KZ Buchenwald gebracht, wenige Tage später auf der Rückfahrt nach Schmalkalden im Auto gestorben. An den Folgen der unmenschlichen Misshandlungen. Nach der Wende übernahm das Ehepaar Schmotz das Modehaus, das seinerzeit mit Waren von Luxus bis hin zum kleinen Geldbeutel ein völlig neues Konzept verfolgte. „Eckmann“: Die neuen Inhaber gaben dem Kaufhaus seinen Namen zurück - bis heute.