Musikschule Schmalkalden Jubiläumsauftakt: Ein Feuerwerk der Emotionen

Annett Recknagel

Die Musikschule Schmalkalden wird 70: 15 Ehemalige gratulierten mit einem ganz besonderen Ständchen. Ein unvergesslicher Abend.

 
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Musikschulleiter Johannes Eberlein versprach ein Melodienfeuerwerk voller Emotionen und Erinnerungen. Moderator und Akteur Thomas Richter garantierte Leidenschaft und Freude. Elke Hausmann stellte 15 ganz besondere Menschen vor. Als deren Gesangslehrerin durfte sie diese über mehr oder weniger lange Zeiten begleiten. „Sie alle haben Musikschulgeschichte geschrieben“, formulierte Hausmann und zündete fünf Kerzen an. Ans Publikum gewandt, meinte sie: „Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie, lassen Sie uns das Leben und die Liebe feiern.“

Nicht zu vergessen den 70. Geburtstag der Schmalkalder Musikschule. Der nämlich war der Anlass dieses gesanglichen Leckerbissens, der die Gäste im Saal des Gemeindezentrums der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde erwartete.

Der Plan zu diesem Gesangsabend führt bis in den November letzten Jahres zurück. Vor knapp sechs Wochen trafen sich die Akteure erstmals. Schon die Generalprobe war gelungen. Der Abend selbst wurde noch einmal so gut.

Jeder Akteur ist seinen eigenen beruflichen Weg gegangen. So manche n zog es weg aus Schmalkalden, andere blieben. Zu diesem besonderen Abend aber waren alle gerne gekommen – natürlich in erster Linie Elke Hausmann zu Liebe. Und dann lag allen das Publikum am Herzen. Die Liebe zum Gesang vereint alle 15 Akteure nach wie vor. Und das war im Konzert zu spüren.

Zuhören war angesagt. Es gab Lieder, die Mut machten mit Zeilen wie „Nach Flut kommt wieder Ebbe… und ohne TÜV gibts keine Plakette“, Songs wie „Somewhere“ oder „My Immortal“, die zum Träumen einluden, Stück mit Tiefgang wie „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ und natürlich Hörwürmer wie „Du bist mein ganzes Herz“. Die Interpreten legten sich mächtig ins Zeug, gaben ihr Bestes, brachten Emotionen herüber und überzeugten stimmlich. Jeder einzelne verdient ein dickes Lob. Da war die Leichtigkeit, mit der Michael Fuhrland ein eigenes Lied sang. Dort das Herzblut, das Leonie Kratz und Melanie Nitschke im Duett in den Song „Somewhere“ investierten. Saskia Mattis, die 21 Jahre von Elke Hausmann unterrichtet worden war, faszinierte mit „Aber die Liebe bleibt“ und einer Stimme, die einfach nur Lust auf mehr machte. Kaum zu glauben, dass die Breitungerin als Anästhesieschwester im OP arbeitet. Thomas Richter interpretierte Heinz Rudolph Kunze und damit zog Leichtigkeit ein. Sandy Weinknechts Auftritt war reine Emotion und Melanie Nitschke kratzte am Selbstbewusstsein der Gäste. „Ob du was kannst, siehst du nicht am Kontostand/ Doch alle geben damit an/ Mann, lass sie reden, das ist nur Kinderkram. Du bist ein Unikat, einzig in deiner Art“ hatte sie sich für einen Song der Band SDP entschieden. Hut ab auch vor Marius Pöhnlein – er überraschte mit dem „Frühlingstraum“ von Schubert und das Publikum lag ihm zu Füßen. Katharina und Klaus Zimmer rückten mit „Herr, dein Mitleid“ von Johann Sebastian Bach das Weihnachtsfest noch einmal ins Zentrum. Es war ein Hörgenuss – schwierig zu singen, unglaublich stark interpretiert. Gleiches trifft auf Willi Schmidt zu. Der Lehramtsstudent wagte sich an „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ und bekam dafür donnernden Applaus. Nicht minder hörenswert: Christina Carrera-Herrera mit „Draußen am Wall von Sevilla“. Susanne Reimann und Thomas Richter sangen im Duett Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ und Mathias Rudolph gefiel mit „Knocking on heavens Door“. Chris Albrecht schickte das Publikum mit „Your Song“ von Elton John in die Pause. Auch für diese Interpretation gab es einen riesigen Beifall.

Elke Hausmann war in der Pause dicht umdrängt von ihren einstigen Schülern, man redete und war begeistert. Im zweiten Teil erklangen dann noch einmal bekannte Melodien, in die die Akteure viel Herzblut legten. Unter anderem trat auch das Vokalensemble „Stimmwechsel“ auf. Am Ende sangen alle gemeinsam „What a wonderful world“. Elke Hausmann wurde entsprechend gewürdigt. Ein jeder bekam ein kleines Geschenk. Ein fast vierstündiger Gesangsabend ging zu Ende. Damit ist der Auftakt gemacht. Die Feierlichkeiten um den 70. Geburtstag der Musikschule werden im Mai mit drei Höhepunkten fortgesetzt.

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